Reichenau.
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müssten schwere Gegengründe vorgebracht werden. Und einerscheint allerdings vorzuliegen.
Der erste mittelalterliche lateinische Dichter Schwabens,in dem wahres Poetenblut floss, Walafried Strabo, scheint soarm gewesen zu sein, dass man ihn für einen Unfreien haltenmöchte. Den heranwachsenden Knaben hat der Leiter derKlosterschule geschützt, ihm Lebensunterhalt und Kleidunggegeben. Wer wird den armen Scholar nun durchs Lebenbringen, nachdem der Tod ihm Lehrer und Ernährer geraubt?Er wendet sich an den mächtigen Grimald:
Fercula pulchra dedit, victum quis porrigit artum?
Vestibus ornavit, praebet quis tegmina grossa? J )und bittet Adalgis um Kleider und um Pergament, damit ersein Gedicht über den Tod Wettis und seine Traumgesichteaufzeichnen könnte. Bettelarm und hilflos, missachtet vomAbte. Aber darum ist doch der Scholar sich seiner Begabungbewusst:
Scintillam portamus enim, quam si quis adauget,
Multiplicabit opem veniarum fine futuro. (334, 38.)
Codex Salemitanus I und dem I. Bande der Regesten von Konstanzfolgende Familien:
Badewegen (de via balnei), Bildstein, Brück, Bühl, Bürzeler,Dettingen, Eckhardsbrunn, Eschenz, Feldbach, Friedingen, Gachnang,Gröggingen, Krauchen wies, Langenstein, Liggeringen, Litzelstetten, Macken-thal, Mühlheim, Niederzell, Owingen, Rast, Riedern, Riet, Salenstein(Schenk), Senfeli, Stadewin, Steckborn, Stoss, Trossingen, Wangen, Wasser-burg, Wellenberg, Wollmatingen.
Dazu sind unschwer Nachträge zu finden. Gallus Oeheim (Quellenund Forschungen z. Gesch. d. Abtei Reichenau) enthält in seinem Wappen-buche bis Nr. 195 edelfreien Adel, 196—503 gehören dem niederen Adelan. Die Reichenauer Lehenbücher würden ebenfalls Auskunft geben, sieenthalten ein grosses Material, allerdings erst aus dem Ende des 14. Jahr-hunderts. Gleichwohl wäre eine Bearbeitung sehr erwünscht. Die Fort-setzung der Quellen und Forschungen wäre überhaupt als eine Vorarbeitfür eine Geschichte dieses wichtigen Klosters sehr verdienstlich.
*) Ad Grimaldum cappellanum de morte Wettini. M. G. Poetae 2,p. 334 v. 27 f.
Schulte, Adel u. deutsche Kirche im Mittelalter. 9