Entwicklung in St. Gallen.
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sauros dissipavif*), und den geschichtlich sonst nicht be-zeugten Günstling des Kaisers Muozo gewinnt nach demChronisten der pflichtvergessene Abt, indem er ihm Lehen undTeile des Klosterschatzes gab 2 ).
Auf ihn folgte Abt Burchard IL (1001—1022), den dieChronik als den Wiederhersteller der Ordnung feiert. So istSt. Gallen, bevor die erste Reform, über die später zu handelnsein wird, von aussen her im Kloster anzuwenden versuchtwurde, offenbar völlig leheimiässig ausgebildet.
Im Investiturstreite vollzog sich die Entwickung der Mini-sterialität zu einer belehnten unfreien Schar von Kriegern undHofdienern. Einer der Portsetzer der Casus Sti. Galli schreibtförmlich das Gegenstück zu der obigen Stelle Ekkehards. DieKeller sind es nun, die Waffen zu tragen beginnen: „Ministe-riales optimos mansus curiarum nostrarum eligebant; cellerariiecclesie iura villicationis in modum beneficiorum habere con-tendebant, et contra consuetudinem quidam ex ipsis more no-bilium gladium eingebaut" 3 ).
Das 13. Jahrhundert war die Zeit der Blüte auch für diesanktgallische Ministerialität. Truchsessen waren die vonSingenberg, die von Landegg Schenken, Falkensteiner kommeneinige Male als Marschälle vor, wie die Giel von Glattburg alsKämmerer. Aber auch darin wollte St. Gallen der Reichenaunicht nachstehen, dass neben oder vielmehr über diesenMinisterialen auch Edle die Aemter versahen. Sicher warendie Herzoge von Teck Schenken 4 ), nach Goldast und von Arxsollen die Herzoge von Schwaben Truchsessen, die Edeln (?)von Zollern Marschälle und die Freiherrn von RegensbergKämmerer gewesen sein, wie auf der Reichenau das Amt desSchenken in den Händen der Grafen von Hohenberg, das desTruchsessen bei denen von Rohrdorf, das des Marschalls im
*) Mitt. 17, S. 21.
2 ) Mitt. 17, S. 25.
3 ) Mitt. 17, S. 99.
*) Vgl. ÜB. von St. Gallen Nr. 1411 u. 1413 (Bd. 3) u. 1571 (Bd. 4).