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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

das nicht einen Einzelfall beleuchtet, sondern den Zustandmehrerer Jahrhunderte zusammenfasst, das auch nicht miss-deutet werden kann.

Er erzählt im 43. Kapitel von dem leichtfertigen MöncheWolo, er sei ein gebildeter junger Mann, Sohn eines Grafen,von unruhigem Sinne und wanderlustig, über dessen Lebens-richtung, da weder der Dechant noch Notker noch die anderenihn zum Gehorsam bringen konnten, weil bei ihm alle Worteund Prügel nichts fruchteten, alle im Hinblick auf seine Be-gabung trauerten. Und nun folgen die Worte:Nam cumnunquam sanctus Gallus nisi libertatis monachum habuisset,nobiliores tarnen sepius aberrabant."Obwohl der hl. Gallusniemals andere Mönche gehabt hat als freie, so irrten dochdie vornehmeren von ihnen häufiger vom richtigen Pfade ab."

Wenn Ekkehard seinen Teil der Klostergeschichten aucherst um 1040 geschrieben hat, was hier erzählt ist aber beiLebzeiten Notkers (f 912) spielt, so vermag das wohl denGlauben an die Erzählung selbst schwer zu schädigen, aber jeneallgemeine Bemerkung wird dadurch nicht im mindesten be-rührt. Es ist undenkbar, dass er, der Verteidiger des altendeutschen Mönchtums gegenüber) den Reformern den Grund-charakter seines eigenen Klosters falsch angegeben habe.Ekkehard war des Glaubens, dass in St. Gallen niemals einUnfreier als Mönch gelebt habe, und da ist sicher für ein Jahr-hundert ein Zweifel ausgeschlossen.

Die chronikalische Literatur bestätigt den Satz Ekkehardsauch im einzelnen 1 ). Die lebenswarme Schilderung der Casuss. Galli von Ratpert wie von Ekkehard kennen nicht alleinnur Aebte vornehmer oder doch freier Geburt, auch die Männerder Wissenschaft und Kunst, die uns sofort ins Gedächtnisfallen, wenn wir von den Trägern der Kultur im 10. Jahr-hundert reden, entsprechen denselben Anforderungen. Ekke-hard I. und Notker Pfefferkorn waren .ihrem Adel nach

') Für das folgende Exkurs XI. Dritter Teil.

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