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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Von den Aebtissinnen führt die populäre (auch die kunst-historische) Literatur Familiennamen an, die frei erfunden sind.Ueber ihre Familien wissen wir sehr wenig, so dass Eilika, dieTochter Herzog Ottos III. von Schwaben, des Letzten aus demHause der Schweinfurter, Aebtissin wurde *).
Die wichtigste Quelle für die Personalien ist das 1310/12angelegte Totenbuch, das im ganzen 56 Namen von Aebtis-sinnen und Damen aus der voraufgehenden Zeit bietet; 7 vonihnen sind nicht nachweisbar, auf edle Familien entfallensicher 24, wahrscheinlich noch 8, also mehr als die Hälfte,12 waren ministerialischer, 5 bürgerlicher Abstammung 2 ). Dassieht doch so aus, als ob möglicherweise einst auch dieser Kon-vent freiherrlich war. Auch hier wurden Töchter von Mini-sterialen des eigenen Stiftes nicht aufgenommen.
Dafür glaube ich auch anführen zu können, dass hierschon sehr früh der Ausdruck „domina" für die Klosterfrauennachzuweisen ist 3 ).
Kaum minder vornehme Beziehungen hatte Obermünsterin Regensburg. Gegründet vor 833 4 ), vielleicht von der Kö-nigin Hemma, die es jedenfalls besass, blieb es "auch später inenger Fühlung mit dem Herrscherhause 5 ); erwarb doch Kon-rad H. für sich, die Kaiserin und seinen Sohn Heinrich 1029die Fraternität der Mägde Gottes und zwar mit je einerPfründe ö ).
') Meyer v. Knonau, Jahrb. unter Heinrich IV. u. V. 1, S. 47.Ueber die angebliche Verwandtschaft einer Aebtissin mit Heinrich IV.vgl. Meyer v. Knonau, 5, S. 167 Nr. 23.
2 ) Vgl. Exkurs X.
3 ) 1176 „consensu tarn dominarum quam ministerialium". Ried,Cod. dipl. Ratisb. 1, S. 246.
4 ) Die Urkunde Ludwigs des Deutschen von 833, Böhmer-Mühl-bacher 1349 (1310), ist zwar unecht, der Inhalt der Urkunde unter-liegt aber keinen Bedenken.
5 ) Die Urkunde Karls III. des Dicken von 887 ist eine Fälschung, derensachlicher Inhalt zweifelhaft ist. Böhmer-Mühlbacher 1745 (1698).
6 ) DK II 139. Ried 1, S. 148. Es ist die bekannte Urkunde,