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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

tun wir gut, nicht über das deutsche Sprachgebiet hinausunsere Untersuchungen auszudehnen l ).

Wer Münsterbilsen untersucht und St. Ursula in Köln,wird wohl ohne Zweifel denselben freiherrlichen Charakternachweisen, wie wir ihn nun für vier niederrheinische Frauen-stifter kennen.

Das Erzstift Köln besass vier alte hochangesehene Männer-stifter: St. Gereon in Köln, St. Viktor in Xanten, St. Cassiusin Bonn und (im westfälischen Anteile) St. Patroklus in Soest,deren Pröpste meist vornehmen Geschlechtern entstammten.St. Gereon ist durch Kisky als ein freiherrliches Stift erwiesenworden 2 ). Hier haben wir aus dem Jahre 1329 ein höchstumfangreiches Zeugenverhör, durch das unter anderem be-wiesen Averden sollte, dass die Gründerin des Stifts, die hl. He-lena, bestimmt habe:quod extunc in perpetuum deberentcanonici ibidem esse nobiles et illustres ex utroque parente,qui scilicet in vulgari liberi nobiles" 3 ). Eine Ausnahme vondieser durch die Zeugen als unvordenklich geübt bezeichnetenRegel machten, wie beim Kölner Domstift, fünf Priester-

') Herr Dr. Wenzel hat mit grossem Eifer die Verhältnisse auf-zuklärenversucht, wie vorher Ganzenmüller der Ministerialität nach-ging (Die flandrische Ministerialität bis zum ersten Drittel des 12. Jahr-hunderts. Westdeutsche Zeitschrift 25 S. 371410). Schliesslich kannaber nur eine weitgreifende Studie über die französischen Adelsklassendefiniti^ zeigen, wie weit sie und wie lange sie den deutschen Zuständenentsprachen. Die französischen und belgischen Historiker haben niemalsdiese Parallele zu ziehen versucht; erst Pirenne hat diesen Dingen seinInteresse zugewendet. (Qu'est-ce qu'un homme lige. Bruxelles 1909.fixtrait des Bulletins de l'Academie royale de Belgique (Olasse deslettres etc.), n° 3 (Mars), 1909.) Für Andenne haben wir von 1207 einZeugnis, dass keine in eine Präbende eingesetzt werden dürfe:quamnon constet esse nobilem et nobilibus ortam parentibus." Wenzelglaubt bis ca. 1300 nur den alten freien Adel in Nivelles zu finden, inAndenne bis in den Anfang des 14. Jahrhunderts.

2 ) Wilhelm Kisky, Das freiherrliche St. Gereon in Köln. Annalendes hist. Ver. f. d. Niederrh. 82, S. 150.. 3 ) A. a. O. S. 49.