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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

charakterisiert, und schliesslich waren die Grafen ja auch nichtsanders als Freiherrn, die ein Amt verwalteten, das bald erblichgeworden war. Zwischen Fürsten, Grafen und Freiherrn warein connubium möglich, sie waren ,Genossen'."

Die. gewählte Bezeichnung hat wie ich aus mündlichenAeusserungen weiss, manchenorts keinen Beifall gefunden.Sie war aus schwäbischem Brauche gewählt; in anderen Ge-bieten war im Mittelalter und ist heute der AusdruckFrei-herr" in diesem Sinne unbekannt, in Westfalen z. B. redetman jetzt wohl vonDynasten". Man erkennt also hier denSinn nicht so leicht wie in Schwaben. Die Bezeichnung waraus spätmittelalterlichen Zuständen heraus geschöpft, wo dieKonvente keine gemeinfreien Personen enthielten. Der schwersteNachteil ist der, dass diese Bezeichnung, wenn man sie aufdas Frühmittelalter anwenden will, auch für diese Zeit dieMasse der Gemeinfreien ausschliesst, während die Untersuchungvielleicht zu einem anderen Ergebnisse führt. Siegfried Rietschelschlug auf dem Dresdener Historikertage in der Debatte, diesich an meinen Vortrag anschloss, die Bezeichnungfrei-ständisch" vor; sie ist besser gewählt, insofern sie alle frei-geborenen Elemente umschliesst. Ich werde sie daher im fol-genden abwechselnd mitfreiherrlich" gebrauchen, dieses Wortallerdings mehr verwenden, wenn es sich um Zeiten handelt,in denen der Konvent nur freie Herren, nicht auch Gemein-freie aufnahm.

Unser ganz besonderes Interesse muss also der Grenzezugewendet bleiben, die Freie von Unfreien trennte. Wenigerwichtig wird es sein, die Grenze zwischen den rein bäuerlichlebenden freien und unfreien Klassen zu beobachten, da hier-über viel weniger Streit besteht, wahrscheinlich auch dielokalen Unterschiede sehr erheblich sind. Mehr bedeutet dieAbgrenzung zwischen den im Reitertum und im Hofdiensteverwendeten Unfreien und den zu rittermässigem Leben sichhaltenden Freien, und da ist der Streit der Meinungen heuterecht lebhaft geworden.

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