Erstes Kapitel.
Die ersten Forschungen auf Grund
der Greschlechtsnamen (Reichenau, Säckingen,
Waldkirch, Zürich und Einsiedeln).
Es ist mitunter ein Glück, wenn eine Arbeit über-sehen wird — für die Leserwelt, wenn sie nichts taugt —für den Verfasser, wenn er nach Jahren in grösserer Ruhe undnach reiflicher Ueberlegung die damals angefangenen Unter-suchungen aufnehmen und durchführen kann. In diesem Fallebefinde ich mich. Es war im Jahre 1896, als ich für das Re-gierungsjubiläum des verstorbenen Grossherzogs Friedrich vonBaden einen Beitrag zum Freiburger Festprogramm lieferteunter dem Titel: „Ueber freiherrliche Klöster in Baden" 1 ).Diese Abhandlung blieb fast unbeachtet. Sie entging selbstdem hervorragendsten Geschichtschreiber der deutschen Kirche,Albert Hauck, und auf der katholischen Seite hat sie kaumeinen tieferen Eindruck gemacht. Es will nicht viel besagen,dass sie in den von Kinter geleiteten „Stimmen aus dem Bene-dictiner- und Cistercienser-Orden" unbemerkt blieb; denn diesegut gemeinte Zeitschrift sticht doch weit ab von dem altenwissenschaftlichen Geiste der Benediktiner, wie er nun so er-freulich in der Revue bönedictine sich wieder äussert; auchbei Heimbucher, der in seinem sehr nützlichen Werke: „Die
] ) Festprogramm, seiner Königl. Hoheit Grossherzog Friedrich zurFeier des 70. Geburtstags dargebracht von der Albrecht-Ludwigs-Universitätzu Freiburg. Freiburg u. Leipzig 1896, S. 101—146.
Schulte, Adel u. deutsehe Kirche im Mittelalter. 1