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Frankreich und das linke Rheinufer
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Die Textilindustrie, die in Mülhausen ihre Kauptstätte hat,konnte die Krisis nach 1871 gut überstehen und blühte, wie die Eisen-industrie, mächtig empor. Allein die Kammgarnspinnerei wuchs von1870 mit 1,98 Millionen Kilogramm auf 10,4 Millionen. Unterder deutschen Verwaltung hat also Elsaß-Lothringen einen sehrviel höheren wirtschaftlichen Wert erreicht, als die Lande vor 1870besaßen. Nicht nur die Vewohnerzahl hat sich erheblich gesteigerttrotz der Option für Frankreich und späterer Auswanderung,sondern auch der Wohlstand ist außerordentlich gestiegen. Die wirt-schaftliche Vlüte des Landes berechtigte sicherlich niemand, über dieGrenze zu schielen. Fr. Stehelin, der einer Vorliebe für Deutschlandgänzlich unverdächtig ist, hat 1914 vor Ausbruch des Krieges inseinem MahnwortReichsland" ausgesprochen:In ökonomischenFragen muß Elsaß-Lothringen mit Teutschland zusammengehen.Seine Rückkehr zu Frankreich wird vom wirtschaftlichen Stand-punkt aus immer unmöglicher."

Die Winzer waren 1870 äußerst übel daran, dann erschloßsich der deutsche Markt, die Lage verwandelte sich in eine rechtgünstige. Und ebenso erging es den Tabakbauern, die unter staat-licher Pflege Qualität und Quantität ihrer Pflanzungen steigerten.Am deutlichsten kommt der Wohlstand in den Sparkassenanlagenzum Ausdruck, 1872 waren in 41 713 Vüchern 7 413 117 Markhinterlegt, 1912 in 488 573 177 801 546 Mark. So sagt Herve:Außerdem nahm Elsaß-Lothringen unter der deutschen Ver-waltung einen Aufschwung, den es vor der Annexion nicht gekannthatte." i Das war die Folge einer guten Verwaltung und der Tat-sache, daß die Lande ihrem natürlichen Wirtschaftsgebiete wiedereingefügt worden waren.

Um so sehnsüchtiger wurde die Stimmung vieler Franzosen,die im eigenen Lande zwar die reichsten Erzlager haben, aber anKohlenmangel leiden, während in Deutschland das Umgekehrte derFall ist. Doch die Rückständigkeit der französischen Industrie unddes französischen Handels liegt vorwiegend an dem Unfleiße, dergeringen Anpassungslust, der minder entwickelten Erfindergabe,dem mangelnden Organisationstalente, der schwachen Unterneh-mungslust der Kapitalisten und andern Charaktereigenschaften derFranzosen, die Kuret und andere sehr wohl erkannt haben.-

> A. a. O. S. 60.

- Vgl. Nn /^Ileinassne. 4 Bde., 1912,

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