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Frankreich und das linke Rheinufer
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den Gesetzen zu beugen. Sie mußten wählen, ob sie dem neuen Staateden Diensteid schwören wollten oder nicht. Was Frankreich langsam,stufenweise durchgeführt hatte, mußte so gebot es unausweichlichdie notwendig beizubehaltende Struktur eines Staates mit starkausgebildeter Zentralgewalt die deutsche Verwaltung in wenigenJahren, ja vielfach in wenigen Monaten durchführen. Die schonendsteHerrschaft auf der Welt hätte nicht anders handeln können und wärenicht daran vorbeigekommen, Härten zu zeigen und Empfindlich-keiten zu wecken. Aber es liegt nicht in meiner Aufgabe, die Seg-nungen der neuen Verwaltung zu schildern und dabei als gewissen-hafter Historiker auch die Mängel, Fehler und Sünden, wie siemir erscheinen, hervorzuheben. Hier galt es nur anzudeuten, daßdie Aufgabe zu den schwierigsten gehörte, die je einer Verwaltunggestellt worden sind.

Daß die beiden Landschaften die Sehnsucht der Franzosenblieben, ist verständlich. Es handelte sich für sie nicht nur um dieZurückgewinnung der Vewohner, nicht nur um die alten Schätzeder reichen Landschaften, neue, erhebliche Werte waren hinzuge-kommen.

Als es sich in den Frankfurter Friedensverhandlungen darumhandelte, den Bezirk um Velfort festzustellen, dessen Ausdehnungvon Frankreich gewünscht wurde, wurde zur Entschädigung das Ge-biet von Tiedenhofen vergrößert, wo sonst deutschredende Ort-schaften bei Frankreich geblieben wären. Der Geländeaustauschwar der Nationalversammlung zur Auswahl gestellt worden. DieMilitärkommission sprach sich gegen die Erweiterung von Velfortaus, aber Thiers brachte sie halb zum Amfall, und auch in derHauptsitzung drückte er mit all seiner Beredsamkeit auf die Ab-geordneten. So erreichte er die Annahme des definitiven Friedensmit 433 gegen 98 Stimmen. Diese richteten sich zum Teil gegenden Tausch, nicht gegen den Frieden. Zum zweiten Male entschieddie überwiegende Mehrheit der ganz frei gewählten Volksvertretungsich, wenn auch blutenden Herzens, für den Frieden.

Vei jenen Verhandlungen hatte ein hoher preußischer Verg-beamter, Hauchecorne, sich für den Erwerb der lothringischen Erz-lagerstätten eingesetzt. Damals galt freilich die Minette der dortigenOolithplatte als sehr minderwertig, weil man den hohen Phosphor-gehalt noch nicht beseitigen konnte; da das durch die Entdeckungdes Thomasverfahrens im Jahre 1879 gelang, erlangten plötzlich

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