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die Zugehörigkeit zu ihrem nationalen Staate hätten, ergriff immerweitere Kreise Frankreichs. Der Nationalitätsgedanke, den manfür sich in Anspruch nahm, wurde durch den französischen Egoismusüberwuchert. Es gab niemand, der mit starker Kraft dieses An-kraut auszujäten riet. Was einmal, wenn auch nur für zwei Jahr-zehnte, französisch gewesen war, unterwarf man dem Nechtefranzösischer Nevindikation; die Jahrhunderte älterer deutscherGeschichte eines Landes erschienen den Franzosen als eine Anti-quität, ohne Bedeutung für die Zukunft. So tiefe Gegensätzehätten zum Kriege geführt, auch wenn es niemals einen Vismarckgegeben hätte.
Die hohenzollernsche Thronkandidatur schuf eine Krisis. Manmuß»sich erinnern, daß die französische Politik jahrhundertelang esfür das richtige gehalten hat, bei allen polnischen Königswahleneine antipreußische und anüösterreichische Kandidatur aufzustellenoder doch zu unterstützen. Ein, ähnlicher Fall trat jetzt ein. Derfranzösische Minister der auswärtigen Angelegenheiten häufteFehler auf Fehler, er wandelte nicht den Weg, mit diplomatischenMitteln in Madrid die Kandidatur zu ersticken, sondern wandtesich an die Öffentlichkeit. Was verhaltene Worte wirksam erreichthätten, wurde dem Orkane der öffentlichen Meinung preisgegeben.Der autoritäre Kaiser hatte seine auswärtige Politik völlig alleingemacht, das liberale Kaisertum verstattete der Volksvertretungden weitesten Einfluß. Gleichwohl errang es einen Sieg. DieKandidatur war tot. Doch der Herzog von Gramont wollte seinendiplomatischen Sieg in die härtesten Formen kleiden, er hatte nichtdie Geduld eines wirklichen Staatsmannes, sondern die Nenom-magelust eines leichtfertigen Diplomaten. Es ist eine uralte Wahr-heit, daß ein Sieger, der den Erfolg unbesonnen möglichst weitausdehnen will, durch die letzte Eskadron des Gegners über denHaufen geworfen werden kann.
Das traf hier zu. Da Napoleon keine Willenskraft mehr be-saß, keine mutigen Anhänger des Friedens um sich hatte, die Mah-nungen des erfahrenen Thiers verhallten, so war das Feld für denHof, für die große erregte Mehrheit der Volksvertretung frei. DasWesen des liberalen Kaisertumes hätte in den entscheidenden Stundeneinen Kronrat unter Beteiligung aller Minister gefordert, keinsolcher hat die entscheidende Wendung beschlossen. Das Kaisertumsiel in die persönliche Politik des autoritären Kaisertums zurück,
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