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Frankreich und das linke Rheinufer
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fallen. So kam denn für Frankreich dabei die Erwerbung vonSeeland, Nordbrabant, Belgien, Luxemburg, Saarbrücken, Saar--louis und Landau heraus l Der Plan sollte direkt oder indirekt denfranzösischen Machtbereich wieder bis zur ganzen Nheinlinie vor-schiebend

Der Herzog von Angoulsme hätte statt Belgien lieber dieNheinprovinz genommen, aber er ließ sich beruhigen. So wanderteder Vorschlag also nach St. Petersburg. Da jedoch inzwischender Friede von Adrianopel abgeschlossen worden war, versankder Plan, bald darauf das Ministerium Polignac und mit ihmdas bourbonische legitime Königtum. Dieses sollte nicht wieder er-stehen; jener Plan aber erhielt bald eine Fortsetzung!

Die Iulirevolution sprang nach Belgien hinüber. Dieses zuerwerben war wohl der Wunsch des Vürgertonigs Louis Philippvon Orleans;'schließlich mußte sich die französische Politik abermit dem mühseligen Ergebnis langer Verhandlungen zufriedengeben. Das neuentstandene Königreich Belgien wurde zwar neu-tralisiert, aber es ließ sich hoffen, früher oder später den kleinenNachbarn unter Bevormundung zu bringen. Erst seit wenigenWochen wissen wir, daß der englischste aller englischen Minister,Lord Palmerston, damals dem preußischen Vertreter vorgeschlagenhat, daß Belgien in den Teutschen Bund eintrete, daß aber vonpreußischer Seite der Vorschlag erfolgte, Belgien durch eineGarantie der fünf Mächte zu sichern. ^ Im stillen sind die Absichten,Belgien an Frankreich anzugliedern, nie ganz verschwunden, siewurden auch von vornherein von einigen belgischen Führern geteilt.

Die französischen Nheingelüste stammten 1840 mächtig auf.Aus dem fernen Syrien schien der Brand nach Europa hinüber-zuschlagen. Sollte Frankreich den Vizekönig von Ägypten, der sosehr die Franzosen begünstigt hatte, in seinen Schwierigkeitengegenüber dem Sultan stecken lassen? Das wollte Thiers in seinemreizbaren Gefühle für die Größe Frankreichs nicht, aber dann mußteer mit der Gegnerschaft der drei Ostmächte und Englands rechnen.Als die vier Mächte sich ohne Frankreich einigten, brach dort einSturm der Entrüstung aus, der Groll von Thiers galt England,

! Vgl. Stern, Geschichte Europas seit den Verträgen von 1815,3, 189 ff., und Schicmann, Geschichte Nußlands unter Kaiser Nikolaus I.,2, 383 f., die in der Veurteilung des Planes etwas voneinander abweichen.,

° Iampe, Das belgische Vollwerk (1918), S. 40.

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