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Frankreich und das linke Rheinufer
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angenehme Last der Erhebung der königlichen direkten Steuernwurde den Gemeinden aufgebürdet.

Alle öffentlichen Arbeiten, besonders Wege» und Vrücken-bauten, wurden dem Intendanten unterstellt, was ein großer Fort-schritt war, ebenso die Oberaufsicht über alle Gemeinden. DieLeibeigenschaft wurde 1680 aufgehoben, der Todfall blieb bestehen.Im übrigen blieben die ständischen Unterschiede völlig unberührt.

Die ilnbescholtenheit der Verwaltung ließ in den TagenLudwigs XV. viel zu wünschen übrig/ am schlimmsten trieb es derjüngere Klinglin als prereur roM von Straßburg (1725—1752),der große Unterschlagungen beging. Als sich die Leute von Münsterin Versailles beschwerten, wurden ihre Führer auf die Galeerengeschickt, dann wagten sie gar einen Aufstand. Kein deutscher Kaiserhat je Bürger einer Neichsstadt so behandelt.

Das Elsaß wie Lothringen hatten ein schreckliches Jahrhundertdurchlebt, die Kriege hatten die Bevölkerung sehr verringert, undüberall sah man Nuinen. Das 18. Jahrhundert brachte fast nurTrüppenzüge, nur wenige Einfälle des Feindes. Das Land wäreauch unter einer schlechteren Verwaltung aufgeblüht, aber diefranzösische war bemüht, die Lande wirtschaftlich zu heben. Dochman darf auch da nicht übertreiben und nicht Neuerungen mit auf-führen, die in dem Zuge der internationalen Entwicklung der Land»wirtschaft lagen, wie die Einführung des Anbaus von Kartoffeln,Tabak, der übrigens schon seit 1620 angebaut wurde, von Waid,Klee, die Ausdehnung des Hanfanbaues, die Pflege der Schaf-zucht, des Weinbaus. Auch ohne eine französische Verwaltungwäre das alles gekommen, wenn auch vielleicht langsamer und mehreingeschränkt. Man darf den elsässischen Bauernstand nicht fürso altväterlich halten, daß er nicht auch ohne französische Hilfezu Fortschritten gekommen wäre. Die Einrichtung eines Gestütes,die Überweisung von brachliegendem Land an Bauern und andereMaßnahmen waren segensvoll.

Der Handel und das Gewerbe verharrten noch in den altenRichtungen. Die Straßburger Messe blieb wesentlich deutsch, derFernhandel behielt seine alten Wege und Ziele, wenn auch der Ver-kehr mit Frankreich sich von der geringen Höhe hob, die er bisdahin gehabt hatte. Die Anlage einer guten Landstraße auf dem

l 8,LU35, Niztaire ä^lzllce, S. 186 ff.

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