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Frankreich und das linke Rheinufer
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aktive Provinz — nicht auch reiche Beträge nach Versailles? Undwenn über die Unsitten dieser Fürsten gespottet wird, die dochKönig Ludwig XIV. an Verschwendung, der XV. an Unsittlich.-keit, der XVI. an Gleichgültigkeit gegenüber seinen Untertanen weitübertrafen, so sollte ein solcher Sittenzensor erst seine Strafpredigtin der Richtung nach Versailles halten, dann mag er sie den kleinendeutschen Sündern wiederholen.

Die Negierung hatte es auch nicht mit Landständen zu tun,sondern mit jedem einzelnen Territorialherren. Eine landständischeVerfassung hätte deutsche Gefühle zur Geltung gebracht, nunmußten sie schweigen. Die anonyme Schrift: ,,I,e3 pieux 66211-8cl'un ^l^acien" aus den Tagen Ludwigs XV. wünscht die Er-richtung einer landständischen Verfassung im Lande, und ihr Zielist, den Elsässern größere Nechte im Elsaß zu gebend Die Land-stände sollen Wächter für die Erhaltung des Alten sein. Es bliebdas aber ein beschriebenes Vlatt Papier. Es gab auch keinefreien Vereine, jeder Untertan war in irgendeiner Weise gebunden,es gab kein freies Leben.

Mit den mediatisierten Herren teilte sich der König in dasNecht der Vesteuerung; jenen verbleiben im allgemeinen die in-direkten Steuern, der König aber beansprucht die Zölle und diedirekten Steuern. Die Zollgesetzgebung wurde durchaus im Interesseder Elsiisser geregelt. Alle privaten Zollstätten verschwanden sofortund die Provinz wurde auch nach der Besitzergreifung des Herzog-tums Lothringen nicht mit dem Körper von Frankreich verbunden,die Zollgrenze vielmehr auf die Vogesen verlegt, die Provinzsomit als province eöectiveinent. etran^ere eingerichtet und inihrem alten wirtschaftlichen Verbände mit der Schweiz und Deutsch-land belassen. Darin lag zwar eine Anerkennung der Tatsache, daßdas Land naturgemäß zu Deutschland gehört, aber die Notwendig-keit dafür war so stark, so einleuchtend, daß kein Intendant eineAbänderung anzuregen wagte! Dieser Anschluß an. das deutscheWirtschaftsgebiet hatte zur Folge, daß, der immer starke Durch-gangshandel außerordentlich blühte, sollen doch 6000 Wagen und30000—40000 Pferde damit beschäftigt gewesen sein." Die un-

' Kauviller, Elsässische Verfassungs» und Verwattungswimsche im18. Jahrhundert. Metz 1911.

2 Klux-Lazze, I^l5»ce avant 1789 (1876), S. 33Y.

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