lebende Welt des Adels. Der Nhein war auch in diesem Sinnekeine Grenzet
Die französische Einwanderung ward von vornherein von obenher möglichst gefördert. Die Garnisonen bestanden nur zum Teilaus Fremdregimentern, denen die deutsche Sprache gelassen wurde(Noyal Sesse-Tarmstadt, Artillerieregiment Strasbourg), dieGeneralität war ebenso ausschließlich französisch wie die höhereBeamtenschaft. Es war die Herrschaft von Fremden. Die Salonsdes Fürstbischofs, der von 1704 bis in die Tage der Revolution demKaufe Nohan angehörte, der hohen Beamten und Militärs kanntennur die französische Sprache, nur französische Bildung, da manin der Zeit lebte, wo bis nach St. Petersburg und nach Ä^apeldie französische Sprache in den Kreisen, die gebildet sein wollten,gesprochen wurde und französische Sitte als die Negel galt. Vonoben aus betrachtet nahm die Gesellschaft einen französischen Aus-druck an, aber auch in den mittleren Schichten und selbst in denniederen Kreisen der Städte wurde etwas Kenntnis des Franzö-sischen als ein Bedürfnis für das praktische Leben gefühlt. „Zumersten Male wurden 1738, 90 Jahre nach dem Westfälischen Frieden,zwei Wochenstunden" an dem wichtigsten Erziehungsinstitut desLandes, am protestantischen Gymnasium in Straßburg, „für denfranzösischen Unterricht festgesetzt, und dann blieb noch lange Jahredie Vorschrift ein toter Buchstabe"/
Vorschnelle Befehle, wie das Verbot der Verwendung derdeutschen Sprache in den Prozeßakten, das 1685 erlassen war,aber erst 1786 in allen Gebieten strenger gefordert wurde/ und dasVorgehen gegen die deutsche Tracht (1685), die angeblich als dieteurere bekämpft wurde, fanden Widerspruch schon in den Kreisender Beamten und blieben fast unausgeführt. Die französischeMode war für die Negierung eine wirkungsvolle Macht, die inder Stille wirkt, unbewußt wird ihr gehorcht/
Das berührte und änderte aber noch nicht, abgesehen von den
i Bei einer flüchtigen Durchsicht finde ich von 1680—1789 in deutschenDiensten Glieder der adligen Familien Berckheim, Vücklin, Gayling vonAltheim, Glaubitz, Montjoie, Nathsamshausen, Wetzel von Marsilien undZorn von Plobsheim.
2 pfizter, I^^lLilce 5ou5 la clomination lran^ize, S. 13.
' Albert°Petit a.a. O. 43.
< Vgl. Metzenthin a. o. O. S. 142.
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