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Frankreich und das linke Rheinufer
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der französische Agent Frischmann den Anfang gemacht hatte.Louvois schrieb an Güntzer, den Syndikus, der seit langer Zeitvon Frankreich Geld einstrich, und lud ihn zu einem Schritte ein,der für die andere und für diese Welt nützlich sei, und er winkte nochdeutlicher: einige Straßburger nähmen Unterricht im katholischenGlauben:Wenn sie abschwören, fürchte ich, daß der König espassend findet, diesen die Stellen anzuvertrauen, die Sie bekleiden." ^Güntzer fühlte sich sofort bekehrt, zauderte aber doch mit seinemübertritt, bis die Sache im reinen war. Der Syndikus hatte seinAmt gerettet, aber ein anderer.war schon vorher über ihn erhobenworden. Das war der grundgelehrte Jurist Lllrich Obrecht. Louvoishatte ihn unter einem Verwände nach Paris bestellt, er reiste alseifriger Lutheraner ab, wurde dort zu Vossuet geführt und bekehrt.Der fähige Mann schien geeignet, als Haupt der Stadtverwaltungdie Interessen des Königs zu vertreten. Das war schwer einzurichten;denn die Verfassung der Stadt war ja in der Kapitulation ver-bürgt. Ihn zum ?r6vöt zu machen, wie in anderen französischenStädten und ihm alle Gerichte zu unterstellen, wäre ein zu offenerVruch der Kapitulation gewesen; da half eine glückliche Form desAuftrages, die seine Anwesenheit bei allen städtischen Behördenermöglichte, und ein schöner Titel aus der Antike: königlicher?raet«r, um den faktischen Vruch der Kapitulation zu verheiln-liehen! Später wurde ihm ein weiterer Konvertit als lientenant,beigegeben, ein anderer wurde als ?rövo5t 6e3 MarcliÄnüZ andie Spitze der neuen Handelsorganisation gestellt.- Obrecht warkein Fanatiker, er hat sich bemüht, den Eifer der Negierung zubremsen und beiden Konfessionen gerecht zu werden. Auch der-jenige Straßburger, dessen Name zuoberst unter den Kapitulations»Unterschriften steht, der Stättmeister Johann Georg von Zedlitz,hatte den katholischen Glauben angenommen. ^

Gar zu gern hätte man auch den Ammeister Dominikus Dietrichdem alten Glauben gewonnen; ihn hielt man für die Seele desreligiösen Widerstandes. 1685 wurde er nach Paris beschieden,auf alle Weise bearbeitet; erbost über solche Hartnäckigkeit, setzteman ihn gefangen, beraubte ihn seiner Ämter und verbannte ihn ineinen französischen Ort. Nichts brach den festen Charakter, so

i Nousset a. ci. O. 3, 439 f. Metzenthin, T. 36 f.- (Nathgeber) a. a. O. S. 80.° Metzenthin a. a. O. S. 46, 158.

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