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Frankreich und das linke Rheinufer
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Die Erwerbung des Elsasses und namentlich die Straßburgsfiel in eine Zeit, in der Frankreich in seiner inneren Politik einescharf katholische, wenn schon gallikanische Richtung vertrat. Zwarwar durch die Bestimmungen des Westfälischen Friedens wie durchdie Kapitulation von Straßburg der Konfessionsstand der Prote-stanten gesichert, und einen offenen Bruch dieser Verpflichtungenmußte selbst der Kugenottenfeind Louvois mit Rücksicht auf dasAusland scheuen. Dahingegen wurde diese Grenze gestreift, indemman den Katholizismus überall förderte, wo es irgend ging. DieJesuiten konnten in Straßburg und Kolmar mit französischenPatres besetzte Oolle^eL roznux begründen, damit gewann manEinfluß auf die Jugend. Wo sieben katholische Familien waren,mußte die evangelische Kirche zur Mitbenutzung eingeräumt werden(Anordnung Louvois' von 1684), in zu zwei Dritteln katholischenOrtschaften wurde der evangelische Gottesdienst unterdrückt (Ge-heimerlaß Louvois' von 1686). In dem Direktorium der elsässischenReichsritterschaft mußten sämtliche sieben Direktoren katholischsein, desgleichen die Amtleute und Schreiber in den Territorial»Herrschaften. In Straßburg und anderen Städten wurde 1687 dieAlternative eingeführt, d. h. die Magistratsstellungen solltenzwischen Katholiken und Protestanten wechseln. Wer zum Katho-lizismus übertrat, erhielt auf drei Jahre Steuerfreiheit und Freiheitvon Einquartierung und unter Umständen persönliche Grati-fikationen (1683 und 1685), wer zum Protestantismus überging,wurde verbannt (Edikt von 1679 und 1686). Alle unehelichen Kindermußten katholisch erzogen werden. In den Jahren nach 1684 sindnach Anrich/ dem ich hier folge, sieben Dörfer mit Gewalt re-katholisiert worden. Mischehen waren verboten (Edikt von 1680).Kinder konnten von ihrem siebten Lebensjahre an ohne Zustimmungder Eltern katholisch werden (1681). Die Verfolgung protestanti-scher Pfarrer nahm sehr böse Formen an.

Das waren starke Verlockungen für Leute, die unter der neuenNegierung emporkommen wollten. In Straßburg fanden sich zweihochangesehene Männer bereit, den Glauben zu wechseln, nachdem

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i Teutsche unb französische Kultur im Elsaß in geschichtlicher Veleuch-^ tung. Mit Erläuterungen, 1916. Außerdem benutzte ich die reichen An-gaben bei Neuß, I.'H,l5ace »u 17° -.iöcle 2, 534574, und Metzenthin,Ulrich Obrecht und die Anfänge der französischen Prätur in Straßburg(Veitr. z. Landes- und Volkeskunde von Elsaß-Lothr., Heft 46, 1914).

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