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Frankreich und das linke Rheinufer
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droht. Bei Louvois herrscht die Rücksicht auf die Festungen. Vonihnen aus will er den Schrecken in die Lande tragen und durch dieHäufung des ilnheils den Landesherren die Anterwerfung ab-zwingen und dem Neiche die Zustimmung zu dem geforderten Frieden.Wir haben in unserer Literatur kein Verzeichnis der Zerstörungen,die die Franzosen 1688 und 1689 und auch im weiteren Verlaufedes Krieges durchführten^; aber die lokale Literatur ist von ihnenangefüllt, und jeder Teutsche kennt die Zerstörung von Heidelberg,Mannheim, die Schändung der'Königsgräber von Speier, dieZerstörung von Frankental, Worms, Oppenheim und Vingen.Wer zu einer Vurgruine emporsteigt, hört meist: von den Fran-zosen zerstört! Wäre das auf das rechte Nheinufer beschränkt ge-wesen, aber fast ebenso gründlich war die Verwüstung des linken.Llnd das waren doch Landschaften, die man als gallisch, altfran-zösisches Eigentum ausgab und deren Besitz man erstrebte. DieVewohner des heutigen Großherzogtums Vaden ziehen darausdie Lehre, was für sie der Nhein als Grenze bedeuten würde, undder Schrecken erreichte auch damals sein Ziel nicht; denn in derKriegführung und der Politik entschied nicht die Stellung derkleinen Landesherren am Nheine, sondern diearmierten Stände"des Nordens und Ostens! Selbst die militärische Wirkung für denÄugenblick war eine geringe. Was aber sollten Fürsten denken,deren Väter oder die selbst Bundesgenossen Frankreichs gewesenwaren?

Der grenzenlose Abermut Ludwigs XIV, strafte seine altenFreunde am schwersten und machte die zu Feinden, die ein Nichelieuin warmer Freundschaft erhalten hätte. Der Krieg von 1688/89hat für die deutsche Einigung sehr viel beigetragen. Jeder Schul-junge sagt sich, daß wenn das die Folge der deutschen Zwietrachtwar, uns dann nur Einigkeit hilft; denn wahrscheinlich sind dieFranzosen nicht anders geworden. Bekanntlich hat Nanke 1879Thiers auf dessen vorwurfsvolle Frage, mit wem denn Deutschlandnach dem Sturze Napoleons III. noch Krieg führe, die schlagendeAntwort gegeben: mit Ludwig XIV.

Wie stellen sich nun die französischen Chauvinisten zu diesenEreignissen? Vabelon tadelt zwar die Verwüstungen, aber er ver-

^ Wir haben nur eingehendere Arbeiten von Soldan für Worms,Walter für Mannheim, für Baden Schulte, Ein Skizzenbuch aus demUnglUÄsjahr 1689 in Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins, N.'F., 4, 384392.,

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