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wand benutzt. Das wahre Motiv zu dem neuen Kriege, aus demLouvois einen ebenso geschickten wie schamlosen Überfall machte,waren die Erfolge des Kaisers in Llngarn. Die Abficht war/durcheinen schnellen Krieg sich das linke Nheinufer'zu sichern, die An-erkennung der Neunionen zu ertrotzen.
Frankreich war für einen deutschen Krieg völlig gerüstet.Gegen Teutschland entstanden, von unwichtigeren Plätzen ab-gesehen, 1679 die Festungen Vitsch, Homburg, Saarlouis undPfalzburg. Die Werke von Vreisach und Freiburg wurden ver-stärkt. Hüningen (verstärkt durch einen Brückenkopf'jenseits desNheines) und Velfort wurden befestigt, unterhalb Straßburg erhobsich, mit den Vorwerken ebenfalls über den Fluß hinausgreifend, aufeiner Nheininsel die Feste Fort Louis, die Befestigung von Landauwar im Bau und auf veldenzischem Boden erhob sich oberhalbvon Koblenz die Festung Mont-Noyal. Der König verfügte alsobereits über vier gut befestigte Nheinübergänge. Durch die Be-festigungen bei Hüningen, Fort Louis Und Mont-Noyal hatte derKönig den Waffenstillstand verletzt. ,' -
Auf deutscher Seite war kein Spatenstich geschehen, die Truppender nächstgelegenen Neichskreise standen in Angarn.
Der „Sonnenkönig" dachte wohl kaum an einen langen Krieg,er meinte durch einen schnellen Schlag das Deutsche Neich zudemütigen und so sein wankendes Ansehet zu befestigen. Zu denWirkungen der Neunionen waren die der Aufhebung des Ediktesvon Nantes hinzugetreten. Fortan mußte jeder protestantischePolitiker Mißtrauen haben gegen den Fürsten, der die Hugenottenaus ihrer Heimat vertrieb, das Bündnis mit dem Kurfürsten vonBrandenburg wäre allein dadurch ertötet worden. Die katholischenMächte wurden durch diese Handlung des absoluten Königs vonihrer Gegnerschaft gegen Frankreich nicht abgezogen. Der Königwar auf dem besten Wege, sich völlig zu isolieren, aber er glaubte,daß die norddeutschen protestantischen Fürsten neutral bleibenwürden.
Den Vorwand zum Vorgehen leitete der König aus derpfälzischen Erbfolgefrage ab. Mit dem Tode des Kurfürsten Karlwar die Pfalz-Simmernsche Linie ausgestorben, und zur Erbfolgewar der Pfalzgraf von Pfalz-Neuburg berechtigt, auch hatte dieSchwester des letzten Kurfürsten, Elisabeth Charlotte, die Gemahlindes Herzogs Philipp von Orleans, in ihrem Ehevertrage wie bei
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