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Frankreich und das linke Rheinufer
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Hat die Stadt sich leichten Herzens gebeugt? Nach deinMemorial Neißeisen könnte es scheinen. Aber alle andern Quellenbezeugen das Gegenteil. Der Straßburger AniversitätsprofessorGottfried Stößer, der die Stadt sehr oft in den wichtigsten An-gelcgenheiten vertrat, schreibt: „Ich versichere mein Herrn mitWarheit, und aus eigener Experientz daß bey besserer Verfassung,und da man einigergestalten den erforderten Succurs erwarten oderhoffen können, demjenigen, der in dem Nach oder Bürgerschaftvon einiger Submission das erste Wort gesprochen hätte, der Halsgebrochen seyn würde, so animirt war der Rath und Vürgerschafftfür ihre Libertiit und gegen Franckreich, so man zwar pro rationo5tHtn8 venerirte, aber sonsten zu groß und gefährlich hielte, alsdaß man sich in einige Gemeinschafft einlassen solte."^ Schräg,Frantz und Wencker, die alle drei gebildete und der Geschäfte undTinge genau kundige Männer waren, lassen ebensowenig darübereinen Zweifel, daß die Bevölkerung nur dem Zwange folgte:mehr Soldaten umgaben die Stadt, als drinnen Menschenwaren! Einer listig und geschickt vorbereiteten Gewalttat war dieStadt erlegen.

Angesichts dieser zweifellosen Tatsachen gehört wirklich etwasdazu, daß Driault es fertig bringt, zu schreiben: „Ludwig XIV.schickte einige Truppen dorthin unter dem Befehle des Baron deMontclar, Louvois folgte ihm in kurzem Abstände. Man erwarteteeinigen Widerstand. Die Stadtbehörden ließen von den Wällendas Pulver wegnehmen, um jeden Zwischenfall zu vermeiden, undsie ergaben sich nach einigen Stunden Verhandlung. Me SoldatenFrankreichs, wurden herzlich empfangen und feierten mit den bravenLeuten der Stadt; eine gute Frau kommt sich beklagen, daß ihrMann, durch die Ereignisse sehr aufgeheitert, zu spät nach Hausegekommen sei. Es gab keinen andern Protest." ^ Hat denn Driaultnicht einen Schatten von Ritterlichkeit und von Takt? In einerandern seiner Hetzschriften sagt er: „Straßburg gab sich nn Frank-reich ohne den geringsten Widerstand." ' In einer dritten heißt es:„Der König beauftragte Louvois zu Verhandlungen mit denStraßburger Behörden und unterstützte ihn durch einige Dragoner-regimenter... Die Veratungen führten auf die freundlichste We'se

' Vgl. Sendschreiben, vorletztes Blatt.

^ 1^2 Kepudliczue et le Kinn 1, 25 f.

' ?25 6e ?aix ciuladle 52N5 !a llarriöre 6u Knin, 1917, S, 8.

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