August 1679 zog die kaiserliche Besatzung gemäß den Aus--fiihrungsbestinmmngen des Friedens aus Straßburg ab, Frankreichverhinderte die Wiederherstellung der Kehler Vrückenschanzen. DieNeunionen begannen mit den zahlreichen Dörfern der Stadt, dieEntgegnungen der Stadt blieben ohne Frucht. Schon kamen vonvielen Seiten bedenkliche Berichte über Vereitstellung französischerTruppen usw. Die Treizehner hatten nicht den Mut, eine an-gebotene kaiserliche Besatzung aufzunehmen, sie verhandelten höchstängstlich mit dem in der Stadt erschienenen Gouverneur von Philipps-burg Grafen von Starhemberg, demMeneral Grafen Mercy und deinkaiserlichen Gesandten von Neveu, man glaubte die „Neutralität"weiter spielen zu können. Die städtische Garnison blieb bei denschlechten Finanzverhältnissen ungenügend, sie bestand aus 500 dienst-brauchbaren Mannschaften/ und die Festungswerke waren nicht ingutem Zustande. Die Stimmung der Bevölkerung war franzosen-feindlich und hartnäckig protestantisch. ^
z^Die erste Neise des Königs in seine neue Provinz hatte derDekapolis das Anheil gebracht, die zweite verhängte es über dieHauptstadt des Landes, über den Schlüssel des Neiches. DieTechnik der Wegnahme war meisterhaft, sie selbst der Gipfel derTreulosigkeit. In der entscheidenden Stunde wurden die SchweizerKantone beruhigt, die Truppen heimlich zusammengezogeil undheimlich herangeführt; in der Nacht vom 27. zum 28. September1681 schnitten drei Dragonerregimenter die Stadt von der Nhein-brücke ab, andere nahmen Kehl weg, andere Truppen umringtendie Stadt selbst. Sie war von jedem Entsatze abgeschnitten. Aufden Nuf der Sturmglocke hin eilten die Bürger auf die Wälle, dasVolk war zum Widerstände bereit, es gab in der Stadt keine Ver-räter/ wenn auch Louvois das später aussprengte, um seine Ge-walttat zu bemänteln; und wiederum gilt die alte Negel: wer vonBedrohungen spricht, bedroht gerne selbst. Louvois tat, als habe
^ Sendschreiben, L 3, Rückseite.
- Marcks, Beiträge, S. 9.
' Höchstens den Setretarius Güntzer, von dem es im Sendschreibenheißt: „Den Frantzosen jederzeit im Hertzen zugethan." Henri Welschinger,I-e^ Villes ä'^N cslödle-.: 8tl25kaur^, 1908, S. 14, dehnt den Ver-dacht mit St. Simon auch auf den Juristen Obrecht aus. Metzenthin,Ulrich Obrecht und die Anfänge der franz. Prätur in Straßburg (Veitr.z. Landes- u. Volkeskunde von Elsaß-Lothr., Heft 46, S. 3), hält ihn fürganz unverdächtig.
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