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Frankreich und das linke Rheinufer
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im Sinne der ursprünglichen Weltordnung gebührt Reich undKaisertum nicht dem Kaiser, sondern dem französischen Könige,der Erwerb d^ Elsasses ist keine Eroberung, sondern er bringt nurden kleinsten Teil der gerechten Ansprüche zur Erfüllung, die derKönig auf ganz Deutschland hat.^

Als der Markgraf Hermann von Baden 1667 den in Kölnversammelten Beauftragten der Fürsten, die größtenteils im fran-zösischen Solde standen, dieses Buch vorlegte, waren sie nichtallzusehr bewegt, erst die Anfänge der Ausführung der Gedankenhat sie belehrt.«

Mit einem solchen Könige hatten es nun die Reichsstände imElsaß zu tun; denn der Überfall der Niederlande brachte den Kriegnach dem Lande, das sich eben erholt hatte, und das nun wiederKriegsschauplatz wurde. Im September 1674 bemächtigten sich dieKaiserlichen der notdürftig wiederhergestellten Nheinbrücke, dieeben Turenne abermals wegnehmen wollte. Straßburg schien nunaktiv am Kriege, der auch ein Neichskrieg geworden war, teil-nehmen zu wollen, doch nach der Schlacht bei Enzheim, nach demRückzug der Deutschen, setzte sich die Stadt, von Furcht getrieben^wieder mit den Franzosen ins Einvernehmen, von da ab verweigertesie beiden Teilen die Nheinbrücke und erniedrigte sich dazu, baldden Franzosen zu Erfolgen zu gratulieren, bald den Kaiserlichen!Die Bürgerschaft forderte Eintritt in den Kampf, im Rate aberherrschte Furcht, und in unwürdiger Haltung stand man den fran-zösischen Residenten gegenüber. Im stillen dachten mindestensfranzösische Generäle daran, die neutrale Festung wegzunehmen, solegte der Marschall Crequi in seinem Briefe vom 22. Juli 1678Louvois die Tat nahe.' Die Wegnahme von Kehl beantwortetedie Stadt durch ein offenes Bündnis mit dem Kaiser. Doch jetztwar es zu spät. Wie wertvoll wäre vorher die Deckung durchStraßburg gewesen, als die Teutschen im Elsaß in Winterquartierenstanden. Tann hätte Turenne wohl die Quartiere sprengen und beiTürkheim siegen können^ aber das Heer hätte sich dennoch gehalten.

^ Es genügen einige Kapitelüberschriften: Der größte Teil Deutsch-lands ist das Patrimonium und das alte "Erbgut der Fürsten Frankreichs.Karl der Große hat Deutschland als König von Frankreich besessen undnicht als Kaiser. Das deutsche Kaiserreich hat nie einen passenden Namengehabt und besteht nicht mehr.

' Vgl. Krieger in Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins, N. F., 27, 416.

' Legrelle a. a. O., 3. Aufl., 392.' '

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