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die deutsche Nation.^ Karl der Große, der angebliche Gründer derUniversität, war ihr Patron neben dem englischen Könige Edmunddem Märtyrer. Die Deutschen hatten also in Paris schon auf dengroßen Kaiser Beschlag gelegt.
Fiir Deutschland war es ein Glück, daß der Mannesstamm derBurgunder ausstarb. „Römische Jurisprudenz, französische Staats-spräche, ein mehr als königlicher Luxus des herzoglichen Hofes hättenallmählich auch die echt germanische Eigenart der nördlichen Pro-vinzen überwältigen und auflösen müssen." 2
Den Verlauf der Kämpfe um die burgundischen Lande aus-einanderzusetzen, ist nicht unsere Aufgabe, wir haben sie nur ge-legentlich zu streifen. Ebensowenig ist das Wachstum des nieder-ländischen Besitzes und der Abfall der nördlichen Provinzen vonspanischer Herrschaft und dem Teutschen Neiche zu verfolgen.
Der Sohn Ludwigs XI., Karl VIII., verließ die Bahnen seinesVaters und begann den Kampf um die Vorherrschaft in Italien,den auch Franz I. fortsetzte. Er berührt unser Thema nickt.
Ich übergehe auch die Bewerbung König Franz' I. um diedeutsche Kaiserkrone (1519), die näher an das Ziel gelangte als allefrüheren, und seine Bemühungen, dem Protestantismus in Deutsch-land zu helfen, den er für Frankreich ablehnte. Vorwiegend suchteer die Entscheidung gegen Karl V, doch in Italien. Auf französischeAutoren und ihr geschichtliches Verständnis wirft es ein betrübendesLicht, wenn Vabelon sagt, daß die religiöse Neform für die deutschenMassen eine Neaktion des germanischen Wotansglaubens gegenden Nomanismus gewesen sei.' Und was für ein Unsinn ist es,wenn derselbe Verfasser die Sätze niederschreibt: „Das Luthertumhat seinen Herd in Norddeutschland, er stützt sich auf den Wotanis-mus der germanischen Wälder. Da das rheinische Volk ihm wider-stand und in seiner gewaltigen Mehrheit katholisch blieb, zeigte esunbewußt den Wesensunterschied seiner Geistesverfassung von der-jenigen der Teutschen jenseits des Nheines. Der Graben desNheins ist da, immer ist er da."'' Ob Luther wohl etwas von
^ Vudinstu, Wie Universität Paris und die Fremden an derselbenin, Mittelalter (1876), S. 32 f. und 46.
2 von Vezold in Staat und Gesellschaft der neueren Ieit in Kulturder Gegenwart, Teil 2, Abteilung 5, l, 54.
' Vabelon a. a. O. 2, 243.
" Vabelon a. a. O. 2, 246.
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