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Frankreich und das linke Rheinufer
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unter dem Vorwande der Rechte des Sire Enguerrand de Coucyin das Land eingebrochen und hatten es verwüstet. And 1375 hattemit gleicher Wirkung dieser Herr selbst dieEngländer" in dasLand geführt. 1382 hatte Jean de Vergy das wiederholt. 1439hatten elsässisch-lothringische Herren dieSchinder" über dieZaberner Steige geführt, um ihre Privatinteressen zu fördern, sielegten zwischen Zabern und Hagenau 110 Dörfer in Asche!

Jetzt kamen dieArmen Gecken" in dichten Haufen in dieelsässischen Gaue, sie waren dieses Mal durch den deutschen Königselbst gerufen. Aber der Dauphin hatte keine Lust mehr, mit denSchweizern anzubinden, er schloß mit ihnen wie mit den VaselernFrieden, aber er blieb im Lande. Das offene Land konnte nichtwiderstehen, es erlebte erneut und im vollsten Maße die Greueleiner zuchtlosen Soldateska. Wer das näher lesen will, greife zuden Chroniken jener Tage oder lese Heinrich Wittes BuchDieArmagnaken im Elsaß".^

Vei der zweifelhaften Haltung des Königs Friedrich, der Ent-schlußlosigkeit des Reichstages, der Säumigkeit der benachbartenFürsten konnten die Armagnaken im Lande Hausen, endlich ver-ließen im März 1445 die französischen Mordbanden das Land, dasihnen nichts mehr zum Essen bot und dessen Bewohner den Klein-krieg mit aller Wildheit geführt hatten. Militärisch wurde dasLand gerettet, weil die Reichsstädte und einige andere sich hattenhalten können. Von allen Reichsstädten hatte nur die kleinste undverschuldetste, Rosheim, kapituliert, und ihr wurde die Kapitulationgebrochen. Auch hier hatten die Franzosen gesagt, Land und Leutegehörten ihrem Könige.

Politisch aber wurde das Land durch die Treue aller seinerVewohner dem Reiche gerettet, nur Adlige, namentlich im Ober-elsasse, bewogen von habsburgischer Gesinnung, Feindschaft gegendie eidgenössischen Bauern und Eifersucht gegen die Neichsstädter,hatten mit Frankreich gemeinsame Sache gemacht, und zur Strafewurde jetzt von den erbitterten Vaselern und Elsässern mancheVurg gebrochen. Zu Frankreich hatten vor allem die Herren vonRappoltstein gehalten. Ein wirklicher Landesverräter warSchan"von Finstingen, der bereits 1439 die Schinder ins Land geführthatte.

! Beiträge zur Landes- und Volkeskunde von Elsaß-Lothringen,Keft 11 (1890), 158 Seiten.

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