denn auch er tonnte mit den Königen wechseln. In Anlehnung andie älteren Prokuratoren bildete König Nudolf von Kabsburgzunächst zwei Landvogteien, von denen die eine, die im Oberelsasse,auch den gegenüberliegenden Vreisgau umfaßte, bald aber wurdenbeide vereinigt/ Später wurde der Vreisgau abgegliedert, dafüraber Weißenburg in die elsässische Landvogtei einbezogen.
Das wäre noch immer eine brauchbare Organisation gewesen,aber von 1341 an war die elsässische Landvogtei zumeist an Terri-torialfürsten verschrieben oder verpachtet, an Wittelsbacher, Habs-burger, Luxemburger, 1558—4648 war sie wieder in österreichischemBesitze. Der Sitz des Landvogtes oder doch seines ilnterlandvogteswar Hagenau, ihm unterstanden die zehn elsässische« NeichsstädteKagenau, Weißenburg, Oberehnheim, Nosheim, Schlettstadt, imOberelsasse Kolmar, Mülhausen, Kaysersberg, Münster und Türk-heim, außerdem die im ilnterelsasse sehr zahlreichen Neichsdörfer(45) sowie später auch Landau. Die Städte schlössen sich 1354 zudem Bunde der Dekapolis zusammen.
Die Stadt Straßburg hatte sich 1262 die Unabhängigkeit vonihrem Bischöfe erkämpft, sie unterstand nicht dem Landvogte underwarb einen erheblichen Besitz an Dörfern. Sie nahm, wiejeder Band der Neichstagsakten beweist, den lebhaftesten An-teil an den Angelegenheiten des Neiches.' Irgendwelche Be-ziehungen zur Krone Frankreichs bestanden natürlich nicht, derBeweis durch die Straßburger Lilie ist ein blühender —sinn, wirdaber von Flach noch heute vorgetragen?
I Nedlich, Nudolf voll Habsburg, 459 f. Becker, Geschichte derNeichslandvogtei im Elsaß 1273—1648. Straßburg 1905. ,
^ Die französische Lehre geht dahin, es sei eine freie Stadt gewesen:„verltadle ^tat Louverain, czue I'un aurait pu auzzi dien nuinmer I» I^epubli-ane äe Ltrazdouiß", sagt zum Beispiel der Lyzealprofessor Malet in I.Ä«evue 6u ?oyer, 1913, S. 205.
' Nie französische und die Straßburger Lilie. FrankreichsKönige führen Lilien im Wappen, die Stadt Straßburg hat auch eine Lilie —wenn auch nicht im Wappen — geführt, also gehört Straßburg zur KroneFrankreich. — Die Lilie findet sich seit Otto I. auf den Münzen der Bischöfevon Straßburg, die eben damals 974 (Straßb. Urk.-Vuch 1, 34) das Münz-recht erhielten, vielleicht hatte Bischof Uto III. (950—965) dies Privilegschon bekommen (Wentzke, Negesten der Bischöfe von Straßburg Nr. 140).Damals gab es noch gar keine Wappen. Vgl. Dannenberg, DeutscheMünzen der sächs. u. fränk. Kaiserzeit, 1, 349. Die Geschichte der Lilie istauf den Münzen ganz genau zu verfolgen. Sie erscheint auf einer Straß,burger Münze Ottos I. auf dem Dache der Kirche als Krönung (Nn^ol
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