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In Lothringen waren die Großen von vornherein sehr mächtig,vor allem die weltlichen, und das äußert sich in den Aufständen desersten Jahrhunderts und der Selbständigkeit in den späteren. Da-gegen war das beste Hilfsmittel ein Ausbau der Macht des hohenKlerus.. Daß die Bischöfe die sichersten Stützen der Neichsgewaltin Lotharingien waren, hebt Pirenne eingehend hervor.^
Vei der Auswahl der Bischöfe von Toul, Verdun und Metzbevorzugten die deutschen Herrscher, wie es ähnlich in Italien der3all war, deutschredende Herren. Auch im inneren Deutschlandlenkten die Ottonen und Salier meist ihre Blicke auf Personen,die nicht dem betreffenden Sprengel oder auch dem Stamme an-gehörten. Es ist das ein bisher viel zu wenig beachtetes PrinzipsVei Cambrai ergibt sich aus den <3e5tH epi8coporuni ^amelÄcen-»irun und Flodoard, daß Fulbert Deutsch-Vrabanter war, Verengarvom rechten Nheinufer stammte, Tetdo Sachse war, der hl. Lietbertaus Nordbelgien stammte und sein Nachfolger Gerhard II. seinNeffe war. Engrann erhielt, obwohl Westfranke, das Vistumdurch seine engen Beziehungen zu Bruno von Köln, Erluin durchdie zur Kaisertochter Mathilde, Gerard war Kaplan Heinrichs II.In den Tagen des Investiturstreites löste sich das in Frankreich be-legene Vistum Arras von Kammerik ab. Cambrai selbst abervon seiner Metropole Neims zu lösen, hat der in der deutschenKirche stramm herrschende Heinrich II. den Versuch gemacht, erwollte, daß Gerard die Bisch ofsweihe in Vamberg — also voneinem reichsdeutschen Bischöfe — empfange, doch der Erwählteerklärte, er wolle sich nur von seinem Metropoliten weihenlassen.'
Die Zuverlässigkeit der Bischöfe bewährte sich fast immer, undWazo von Lüttich hat von sich gesagt: „Wenn des Kaisers Unwilleso weit ginge, daß ich auf seinen Befehl mein rechtes Auge verlöre,
l Geschichte Belgiens 1, 63, 99 und öfter.
^ In Toul ergibt sich nach den Untersuchungen Morrets (Standund Herkunft der Bischöfe von Metz, Toul und Verdun im Mittelalter.Bonner Dissertation 1911) für die Zeit von 925 bis 1125 bei 10 Bischofs-wählen bezw. Ernennungen, daß von 10 Bischöfen 8 aus deutschem Sprach»gebiet stammten: Gerhard I (Köln), Robert (Mettlach), Bertholt» (Schwabe),Hermann (Köln), Bruno (Elsaß), Udo (Nipuarier), Pibo (Sachse), Kon»rad (Almosenler und Kaplan Heinrichs V) In Verdun waren es von 13wenigstens 6: Vernoin (Metz und Trier), Berengar (Sachse), Wilfried(Vaier), Nichard, Theoderich, Nicher.
' LeZta epizcoporum dameracenzium ^lonuments, (^enuaniae 33.7,466.
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