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Frankreich und das linke Rheinufer
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wenigstens im wesentlichen an den Statthalter der Velgica in Aus»ficht genommen." i

Tomitian hat nach neueren Forschungen die beiden rheinischenSeeresbezirke zu eigentlichen Provinzen gemacht.^ Das waren imwesentlichen Militärgrenzen, wie sie später an der Donau vonÖsterreich gegen die Türken errichtet wurden. Ihr Name Germaniadqrf nicht dazu führen, vorauszusetzen, daß ihre Bewohner nochgermanische Dialekte sprachen, aber ihrem Vlute nach waren siewesentlich germanisch. Waren doch auch nach den Ubiern nochgermanische Stämme wie die Sugambrer (die späteren Cugernen)auf das linke Nheinufer versetzt worden. Dazu kam die Infiltrationder germanischen Einzelwanderer, die Niederlassung germanischer,aber auch aus ganz fremden Völkern stammender Soldaten. Nimmtman, die römisch redende Zivilbevölkerung hinzu, so ergibt sich einesehr starke Vlutmischung für die gesamte damalige Bevölkerung derbeiden Germanien.

Eine Wanderung, die die gesamte anwesende Bevölkerung be-seitigt, ist wohl überhaupt sehr selten vorgekommen, eine solcheübernahm aber wohl noch immer die am festesten haftenden Namender Flüsse und der großen befestigten Plätze. Wenn in einer Gegendaber die Mehrzahl der Ortsnamen erhalten blieb, so muß die Zu-wanderung relativ friedlich erfolgt sein. Wenn also in der Nhein-prpvinz auf dem linken Nheinufer nicht weniger als 300 Namen aufäcuni (wie Iuliacum Iülich, Tolbiacum Zülpich, Antunna-cum Andernach) erhalten geblieben find,« so folgt^notwendig,daß in diesen Gegenden vor und in der Völkerwanderung dieZuwanderung friedlich vor sich gegangen und von der ansässigenBevölkerung ein Teil sitzengeblieben sein muß. Eine germanischeVlutreinheit der heutigen Bevölkerung ist also nicht anzunehmen,aber wir haben schon erfahren, daß gerade die Ubier in die Bezirkeeingewandert waren, die die meisten keltisch-lateinischen Ortsnamenaufweisen. Unter solchen Umständen beweisen die Ortsnamen'weniger, als auf den ersten Blick scheint.

Die Keltomanen schießen weit über das Ziel, wenn sie denNhein als Kcltengrenze beanspruchen. Und welches Necht können

' «Römische Geschichte 5, 107 f.

"Friedrich Küpv, Die Nömer in Deutschland.

Leipzig 1912. S. 69

' Cramer a. a. O. S. 25.

Schulte, Fillnlrcich und das linle Nheinufer 3

Bielefeld und

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