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Frankreich und das linke Rheinufer
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verwendet reiche Mittel auf die Provinzialmuseen in Trier undBonn, welche die römischen Zeiten besonders Pflegen, daneben habenviele Städte ihre Altertümersammlungen. Jede römische Nuinewird geschützt, keine alte römische Provinz ist so sorgfältig mitdem Spaten durchforscht, keine besitzt gleichgute wissenschaftlicheBearbeitungen, als die Teile des Imperiums, die heute zumTeutschen Neiche und zu dembarbarischen" Preußen gehören.Wir alle wissen, daß der Weinbau, der Steinbau, die höher aus-gebildete Schiffahrt und der Segen des Christentums den Landendurch die Römer gebracht worden sind, daß das Latein, wie imganzen abendländischen Kulturkreise, die Sprache der Kirche und derGebildeten blieb. Die römische Kulturüberlieferung wird dankbarvon jedermann als eine Herzenssache gehegt. Aber die Trägerdes Imperiums sind untergegangen und ihre Erben sind für dasGebiet, auf dem wir leben, wir Deutsche geworden.

Wir wissen auch, daß die meisten der so früh auf dem linkenNheinufer angesiedelten Germanen erst keltisiert oder direkt romanisiertwurden. Doch wir lehnen es ab, daß die Nachkommen der selbstromanisierten Kelten auf unser Land Anspruch erheben. Wenn dieKelten mit solchen Forderungen kommen, so erhebt sich die Gegen»frage des Blutes. Gibt es etwas Törichteres, als Lande zurück-zuverlangen, weil sie vor fast 2000 Jahren einem Volke angehörten,das schließlich seine Sprache selbst aufgab? Was würde denn derPräsident Wilson zu den Indianern sagen, wenn sie auf ihrealten Wohnsitze Ansprüche machen wollten? Fustel de Coulangesund d'Arbois de Iubainville, die so leidenschaftlich sich gegen denEinfluß der germanischen Franken auf die Geschichte der Franzosenwandten, ohne damit bei ruhigen Forschern Beifall zu finden/haben ihren Keltismus in den französischen Landschaften gepredigt,bei den heutigen Bewohnern von Novaesium, von Nigomagus,von Antunnacum erregen keltische Nevindikationen nur Spott.

Wir stimmen da vollständig mit Camille Iullian überein, derschreibt:Andere Zeiten, andere Grenzen. Nichts wäre gefährlicherfür den Weltfrieden, als Waffen in der Vergangenheit zu suchen,

'Man vergleiche das Arteil von Louis Kalphen, I^Hiztoire e«riÄnce 6epui5 «nt 31,5 (1914) über den Eynthetiker, S. 103109, undsein Urteil über die deutsche Wissenschaft und ihren Einfluß auf die französische.Indessen, als Taine und Fustel de Coulanges unter den französischenHistorikern Platz nahmen, hatten die Deutschen schon seit Jahren die Bahngebrochen." S. 115.

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