Vorwort.
der schönsten Jahre meines Lebens habe ich im Elsaß zu-^^^ gebracht. Als junger Doktor arbeitete ich am ilrkundenbucheder Stadt Straßburg, genoß den Amgang, den mir glänzeilde Ver-treter deutscher Wissenschaft — ein Scheffer-Voichorst, Wiegand,Sohm, Schmoller, Vaumgarten, Nissen u. a., die jetzt alle in derErde ruhen — verstatteten, lebte mit jungen Dozenten wie Klugeund vielversprechenden Studenten zusammen, die heute die Zierdedes deutschen Vaterlandes bilden. Aber ich habe auch ein gutesStück meines Glückes dem schönen Lande, seiner Geschichte undihren Quellen zu verdanken gehabt. Auch der beiden mir unvergeß-lichen Altelsäfser Vrucker und Tacheux möchte ich ehrfurchtsvollgedenken. Tann habe ich dreizehn Jahre im gegenüberliegendenBaden gelebt, ohne je die Gedanken von den: wiedergewonnenenLande abzuwenden. Elf Jahre hatte ich die Zeitschrift für Ge-schichte des Oberrheins zu leiteu, die sich mehr als früher mit elsässi-schen Dingen beschäftigte. Llnd auch als mein Lebensweg mich nachVreslau, Rom und Vonn verschlug, habe ich mein Interesse nieden Problemen der elsaß-lothringischen Geschichte abgewendet undmehrere liebe Schüler mit ihnen beschäftigt. So darf ich wohl den> Anspruch erheben, aus einer ausreichenden Kenntnis der Geschichteder viclumstrittenen Gebiete zu reden, wenn ich jetzt der "5lm fran-zösischer Geschlclnsklitlenma, kritisch gegenübertrete uno den auspolitischen Beweggründen entstandenen Schriften derer, die zwardeutschem Blute entstammen, ihr Deutschtum aber verleugnen.
Ich wende mich nur den wichtigsten Fragen zu, so verlockeudes wäre, eine Geschichte des Elsasses und Lothringens zu schreiben.Die Kritik war nicht zu umgehen, aber ich habe keine Lust empfunden,all die Sünden leichtfertiger Geschichtskonstruktion aufzudecken, nurdie gröbsten, die Todsünden an der Wahrheit, mußte ich beleuchten,auch habe ich nicht die kleinen, wissenschaftlich unbedeutenden Leute,obwohl ich auch dieser Literatur, dank der Hilfe deutscher Viblio-
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