Druckschrift 
6 (1779)
Entstehung
Seite
207
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Dreyzehntes Stück.207§. 8.Bey dem andern Beschwer will die Reviden-tinn die Zahlung des versprochenen Heyratspfenningsdurch Vermuthungen erweisen, und führet desfallsan, daß ihr Schwiegerlohn den HeyrathspfenningZeit Lebens nicht gefordert noch sie gerichtlich belan-get, darzu gleichwol Zeit und Gelegenheit genuggehabt, daß ihr Schwiegersohn des Heyrathepfen-nings bedürftig, und sie selbigen abzuführen imStande gewesen, daß der Heyrathspfenning gleichnach der Heyrath gegeben und gefordert zu wer-den pflegte, und daß weder Zinsen ausbedungen,noch ein Unterpfand wäre gestellet worden. Allediese Vermuthungen verdienten schon eine genauereUeberlegung und Beurtheilung, wenn nur die Re-videntinn die Art und Weise, wie der Heyrathepsen-ning gezahlt seyn sollte, nicht angegeben, noch einenAuszug ihres Buchs beygeleget hätte. Allein durchden beygelegten Auszug werden die so hoch ange-rühmten Vermuthungen ziemlicher Maßen geschwä-chet und schier völlig entkräftet. Siehet man nurden Auszug ein; so wird man gar viele Posten sinden, welche einem jeden sehr seltsam vorkommenmüssen. Es werden nemlich eingeführet und ange-schlagen sub posta 5. sechs welche Hahnen zuReichsthaler, sub posta 6. vier Endten zu 32 Al-tus, sub posta 7. zwen Hühner zu 20 Albus,sub posta 8. zwey Hahnen zu 20 Albus, subPosta 11. hundert Pfund Butter zu 16 Reichstha-ler 53 Albus, sub posta 12. vier Faß Wicken zuReichsthaler 40 Albus, sub posta 13. sechsSäcke