✋ne Wahrheit, welche alle heutige Einpfropferausser Zweifel gesetzet haben. Sutton woll-te daher selbst von einem würklich gestorbe-nen blatternden das Eiter nehmen. Ich sel-ber habe verschiedentlich das Eiter zum ein-pfropfen von Kindern, deren gewissen Todich den Eltern ankündigte, genommen, abernieA 4dere Krankheiten mitgetheilet werden könnten. Al-lein, die Unmöglichkeit hievon ist klar. Der gelehrteMünsterische Leibarzt Hofmann beweißt in sei-ner Abhandlung von den Pocken, dem 1ten Theil§. 337. und folgenden ganz unwidersprechlichdaß jede Pocke ein absonderndes Organ seye,welches das Pockengift einsauget, und von denübrigen Säften eben so trennet, wie jedes ab-sondernde Organ seinen eigenen besondern Saftabsondert und nie einen andern. Denn die Le-ber sendert keinen Urin, und die Nieren keineGalle ab. Es kann daher in dem Bläschenaus welchem das Eiter zum Einimpfen genom-men wurde, nichts anders als pures Pockenei-ter enthalten seyn, welches, wenn es schon fau-let, dennoch noch immer seinen Blattergeruchbeybehalten wird.
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Brief über die Würkung des Blattereiters bey der Inoculation
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7
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