Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
165
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Ein Gedicht.165an seiner Seite. Seine Locken fliegen los vonseiner Stirn. Thränen stehn in seinem sinkendenAug'; ein Seufzer halb schweigend in seinerBrust? Einsam, irrt' er drey Tage, ungesehn,eh' er zu Lamors Halle, zu den moosigten Hal-len seiner Väter, beym Strom' von Balva (*gekommen. Dort saß Lamor einsam unter einemBaum; denn er hatte sein Volk mit Hidallanzum Kriege geschickt. Neben seinen Füßen rollteder Strom; sein graues Haupt ruhte an seinemStab. Sichtlos sind seine veralteten Augen. Ersummst' das Lied verflossener Zeiten. Das Getößder Füße Hidallans erreichte sein Ohr: er kann-te die Tritte ſeines Sohns.Ist Lamors Erzeugter zurück gekom-men, oder ists der Schall seines Geistes? Fielstdu an den Ufern von Carun, o Sohn des ver-alteten Lamor? Oder hör' ich den Klang derFüße Hidallans; wo ſind die Mächtigen imKrieg'? Wo sind meine Krieger, Hidallan, diesonst mit ihren hallenden Schilden rückkamen?sind sie an den Ufern von Carun gefallen? Nein: versetzte der seufzende Jüng-noch leben die Krieger von Lanior.ling,MeinL 3(*) Dies ist vielleicht jener kleine Bach, der noch denNamen Balva behält, welcher durch das Romanti-sche Thal von Glentivar in Stirlingshire läuft.Balva bedeutet, einen schweigenden Strom.