Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
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150
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150Calthon und Colmal.ich zu Fingal entflieh'n, da Colmar, mein Bru-der gefangen? Soll ich zu Morven entfliehn,da Schatten den Krieger einschliessen? Nein, reichmir den Speer, o Lamgals Erzeugter, Calthonwird seinen Bruder beschützen. Tausend Krieger, versetzte das Mäd-chen: strecken ihre Speere um den edlen Col-mar. Was kann Calthon gegen ein so zahlrei-ches Heer. Laß uns zu Morvens Gebieter ent-fliehn; er wird mit Krieg herankommen. FürUnglückliche streckt sich sein Arm; Schwache um-giebt der Blitz seines Schwerts. Auf, RathmorsErzeugter! die Schatten entfliehn. Auf, oderman wird deine Schritte bemerken; und du wirstin deiner Jugend erliegen.Seufzend erhob' sich der Held; für denedlen Colmar fliessen seine Thränen. Er kammit dem Mädchen zur Halle von Selma; dochwusst er nicht, daß Colmal es war. Der Helmdeckte ihr liebliches Antlitz. Unter dem Stahlwallte ihr Busen. Fingal kehrte vom Jagen zu-rück, und fand die lieblichen Fremden. Sie gli-chen zween Strahlen des Lichts, in Mitte derHalle der Muscheln. Der König vernahm dietraurige Rede, und wälzte seine Augen herum.Halb hoben sich tausend Helden vor ihm. Jegli-cher suchte den Krieg gegen Teutha zu führen.Ich kam' mit meiner Lanze vom Hügel herab;in meiner Brust stieg' die Freude der Schlacht;denn in der Mitte von tausend Krieger, sprachder Gebieter zu Ossian." Sohn