Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
130
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Croma.130lieblicher Baum, mit all meinen Aesten umgeben;aber dein Tod stürzte wie ein Hauch der Wüste,und legte mein grünendes Haupt in den Staub.Mit seinem Regen kehrte der Frühling zurück;kein Blatt keimte von mir! Die Mädchen sahnmich schweigend in der Halle; sie rührten die frö-liche Harfe. Zähren flossen über die Wange Mal-vinas: die Mädchen sahn mich jammern. War-um, sagten sie, bist du traurig, du erste derMädchen von Lutha? War er lieblich, wie derSchimmer des Morgens, war er stattlich vor dei-nen Augen?Ossians Ohren reitzet dein Lied, o Toch-ter des strömigten Lutha! Du hast, in denTräumen deiner Ruh, die Musik geschiedenerBarden vernommen, wenn Schlaf auf deine Au-gen, bey dem Rauschen Moruths (*) herab-stieg'. Wenn du vom Jagen, im Tage der Son-ne zurückkamst, vernahmst du die Musik der Bar-den, und nun reitzt dein Gesang! Er reitz, oMalvina, aber schmelzet die Seele. Es ist eineWonne in Wehmuth, wenn Frieden im Busen dertraurenden wohnt. Aber Jammer verzehrt die Be-trübten, o Tochter von Toscar, und wenig sindihrer Tage! Sie verwelken, wie die Blumen, diedie Sonne in ihrem Vermögen bestrahlte, nachdemder Mehlthau sie streifte, und die Tropfen derNacht, ihre schweren Häupter beluden. Horchzu Ofstans Erzehlung, o Mädchen. Er gedenktder Tage ſeiner Jugend.Der König befahl; ich hob meine Segel,und(*) Mor-ruth, großer Strom.