121Ein Gedicht.ſah einen Jüngling am Felſen gelehnt. Ein Pfeilhat seine Seite durchdrungen; unter seinem Helmrollte schwächlich sein Aug. Die Seele vonMornis Erzeugtem ward traurig, er kam, undſprach die Worte des Friedens.Kann Gaulens Rechte dich heilen, cJüngling der traurigen Stirn? Ich hab Kräuterder Bergen gesucht; ich hab sie an den heimli-chen Ufern ihrer Ströme gesammlet. Meine Handhat die Wunden der Tapfern geschlossen. IhreAugen haben Mornis Erzeugten gesegnet. Wowohnten deine Väter, o Krieger? Waren sie vonder Mächtigen Söhnen? An deinen Geburtsströ-men soll Jammer, wie Nacht, herabstürzen. Dubist in deiner Jugend gefallen!" Meine Väter, versetzte der Fremde,& waren vom Geschlechte der Mächtigen; abersie werden nicht trauern; denn mein Ruhm istverschwunden, wie der Nebel des Morgens. HoheMauern steigen an den Ufern Duvrannas; undsehn ihre moosigten Thürne im Strom'; hin-ter ihnen hebt sich ein Fels mit seinen neigen-den Fichten. Ihn kannst du in der Ferne er-blicken. Dort wohnt mein Bruder. Er ist inSchlachten berühmt: gieb ihm diesen glänzendenHelm.Der Helm entfiel der Rechte von Gaul.Es war die verwundete Oithona! Sie hatte sichin der Höhle bewafnet, und kam den Tod aufzu-suchen. Halb sind ihre schweren Augen geschlos-sen; das Blut ranscht aus ihrer schwellendenSeite.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten