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Zur Erinnerung an den am 8. Mai 1887 zu Wachtendonk verstorbenen Herrn Joseph Hub. Mooren : Jubilar-Pfarrer, Doctor der Theologie und Philosophie, Ehrenpräsident des historischen Vereins für den Niederrhein und Mitglied vieler gelehrten Gesellschaften
Entstehung
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Pfarrer Dr. Joseph Hubert Mooren.

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Am 8. Mai 1887 und an drei folgenden Tagen erschollenzu Wachtendonk vom Thurme des Gotteshauses ernste Trauer-klänge, Sie galten einem Manne, der als Mensch, Gelehrterund Priester die allgemeinste Achtung und Verehrung verdient,sie galten dem daselbst verstorbenen Pfarrer Dr. JosephHubert Mooren. Groß war bei den Pfarrkindern derSchmerz über den Verlust des geliebten Seelenhirten, undmanche Thräne stoß, als die irdische Hülle dem Mutterschooßeder Erde übergeben wurde. Die vielen Kränze, die sofort denfrischen Grabeshügel bedeckten, legten Zeugniß ab von der Liebe undAnhänglichkeit, welche der Verstorbene in den Herzen seinerPfarrkinder und Freunde sich erworben hatte.

Mannichfache Erweise von Wohlwollen und Güte, vieleRathschläge und Belehrungen, welche wir dem Heimgegangenenzu verdanken haben, machen es uns zur Pflicht, auch einenKranz der Liebe ihm zu winden. Doch nicht Blumen, die derschöne Mai uns bietet, wollen wir zusammenflechten; unsernKranz sollen Blüthen aus dem thatenvollen und segensreichenLeben des Verstorbenen schmücken.

Schauen wir zunächst hin auf den Charakter Mooren's,dann tragen wir kein Bedenken, ihn einen Mann zu nennen,der das Wohl Anderer stets nach Kräften zu fördern suchte.„Er war", so lauten die Worte der theologischen Facultät vonBreslau, als diese ihm die Doctorwürde verlieh, „ein Mann,der nie Jemanden verletzen, sondern Allen stets Gntes erweisenwollte." In der That! mit Absicht hat er Keinem ein Leidzugefügt. Seine Herzensgüte erfuhren vornehmlich Jene, inderen Mitte er 61 Jahre wirkte. Fast kein Tag verging, ohnedaß der Eine oder Andere von den Eingesessenen Wachtendonkszum alterthümlichen Pfarrhause sich hinbegab, um daselbst sichRath zu holen. Jeden, selbst den Geringsten, nahm der Pfarrerfreundlichst auf und hörte mit großer Geduld dessen Worte an,worauf er es an Fingerzeigen und Rathschlägen nicht fehlenließ. Durch seine Güte zog er namentlich die Armen an sich,deren Vater man ihn nennen darf. Nahte sich ihm ein Dürf-tiger, so theilte er nach Kräften niit, und reichten die eigenenMittel nicht hin, fo wußte er stets Quellen aufzufinden, womit

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