Druckschrift 
[Wanderung durch Düsseldorf]
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
 

150

brachte es wirklich so weit, daß Kurfürst Johann Wilhelmvor seiner Reise nach Wien 6 llartsz blaue!«« unterzeich-nete, die dazu benutzt werden sollten den Brosii aufzu-geben „dem Juden für alle seine erlittenen Schäden undKosten Satisfaktion zugeben",- es solle weiter dem Brosii,wenn er sich weigere, Hausarrest angekündigt, alle seineEffekten im Hause konsigniert und er von allen Chargenund Bedienungen suspendiert werden, bis er sich dazuverstehe, Brosii erhielt von diesem Vorhaben noch frühegenug Kenntnis, er entschloß sich dem Kurfürsten nachzii"rencn und persönlich vorstellig zu werden. Während ernun nach Wien unterwegs war, fiel man in Düsseldorfin sein Haus ein, kosingnierte Alles, belegte Knechte, Mägdeund das übrige Hausgesinde mit Arrest, jagte Anderehinaus, schleppte alle Möbel auf das Rathaus, wo eszum halben Preise verkauft wurde, mißhandelte die Fraudes Staatssekretärs und ihre 5 kleinen Kinder in bar-barischer Weise, arretierte sie, nahm alles Silber-, Zinn-und Kupfergeschirre, Kleider, Leinen, sogar das Bett unddem Kinde das Polster aus der Wiege, den Topf aus derKüche, den Löffel vom Korb hinweg. Als das Haus leerwar, legte man eine Soldatenwache von 13 Mann hineinund befahl der Frau Brosii am Charfreitage „sich ausdem Hause zu packen" oder man werde sie durch Mus-ketiere aus dem geliehenen Bette, worin sie wegen dererlittenen Mißhandlungen und ihres hochschwangeren Zu-standes krank darniederlag, aufheben und auf die Straßewerfen lassen. Nach Ostern hat man sie denn auch aufeinen Sessel hinaus in ein Bürgerhaus tragen lassen unddort durch Militär bewacht. Nicht genug damit wurdenauch die Brüder, Schwestern und Anverwandten des Brosiibelästigt und bedroht, ihre Häuser durchsucht u. f. w.,das beraubte Haus aber an den Geheimrat Riß mann,der Garten an den Violinisten Schenk verkauft. Umnun zu verhindern,, daß die geschilderten Thatsachen nachWien berichtet wurden, gab man der Briefpost einen an-dern Kurs, beraubte die dritte Post von Düsseldorf her„in der Warth", erbrach die Packete und entwendete alle