Ein Gedicht.237Ihre Freundschaft war stark, wie ihr Eisen; undim Felde wandelte Tod zwischen ihnen. Sie fuh-ren gegen den Feind, wie zwey Felsen, die vonArdvens Stirne sich stürzen. Mit dem Blutedes Tapfern waren ihre Schwerter befärbt: Krie-ger bebten bey ihrem Name. Wer glich' Oscar,als Dermid? und wer Dermid, als Oscar!Sie erlegten den mächtigen Dargo imFeld', Dargo, der nie von Kriegen entfleh'.Seine Tochter war' schön, wie der Morgen;ſanft, wie der Strahl des Abends. Ihre Augenglichen zween Sternen im Regen: ihr Athem demHauche des Frühlings. Ihr Busen, wie neugefallener Schnee, der auf der wiegenden Heydesich wälzt. Sie ward von den Helden gesehn,und geliebt; ihre Seelen wurden ans Mädchengeheftet. Jeder liebte sie, gleich seinem Ruhm':sie wollte jeder besitzen, oder sterben. Aber ihreSeele wählte Oscar; Caruths Erzeugter warder Jüngling ihrer Liebe. Sie vergaß das Blutihres Vaters. Und liebte die Rechte, die ihnerschlug'.„ Caruths Erzeugter,“ sprach Dermid,ich liebe, o Oscar! ich liebe dies Mädchen.Aber ihre Seele klebt an dir; und nichts kannDermiden heilen. Hier durchdring' diesen Bu-sen, o Oscar; hilf' deinem Freund' mit deinemSchwert'.„Nie soll mein Schwert, Diarans Er-zeugter! nie soll es mit Dermids Blute beflecktseyn. “ “ Wer ist dann würdig mich zu erle-gen,
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