Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
173
Einzelbild herunterladen
 

173Ein Gedichtseine Tritte mit Schatten bedeckt, doch würdeOssian nicht fliehn! seine Seele würd ihm be-gegnen, und sagen, "scheut Selmas Barde denFeind?" Nein: er scheut nicht den Feind, erfrolockt in der Mitte der Schlacht!Lathmon kam' mit seinem Speer'. Erdurchbohrte Ossians Schild. Ich spürte daskalte Eisen in meiner Seite. Ich zog' die Klingevon Morni. Ich hieb' den Speer entzwey. Dieglänzende Spitze fiel funkelnd zu Boden. NuatheErzeugter flammte mit Zorn'. Hoch hob' er sei-nen schallenden Schild. Ueber ihm rollten seinedüstern Augen; als er, wie ein ehernes Thor,vorwärts gebogen erglänzte! Aber Offians Speerdurchdrang' den Schimmer seiner Buckeln, ersank in einen Baum, der hinter ihm stand'. DerSchild hieng' an der bebenden Lanze! aber Lath-mon rückte noch immer voran! Gaul sah' dendrohenden Fall dieses Führers. Er streckte seinenSchild vor meinem Schwert'; da es im Stromedes Lichts, über den König Dunlathmons her-abschoß!Lathmon erblickte Mornis Erzeugten.Thränen entstürzten seinem Aug'. Er warf' dasSchwert seiner Väter zu Boden, und sprach dieWorte der Tapfern. "Warum sollte Lathmonden Ersten der Menschen bekämpfen. Eure See-len sind Strahlen vom Himmel; eure SchwerterFlammen des Tods! wer kann dem Ruhme derMächtigen gleichen, die solche Thaten in der Ju-gend vollbringen? O wären wir in den Hallenvon Nuath, in der grünenden Wohnung vonLath.