Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
166
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166Lathmon.Schlacht nicht vermieden; ich floh' auch nicht vomStreite der Tapfern. Nun laß Fingals Freundeausruhn; denn die Nacht ist rundum gezogen;daß sie mit Kraft sich erheben, gegen den fürst-lichen Lathmon zu kriegen. Ich höre den Schallseines Heers, wie Donner, schreitend an denHügeln. Ossian! und du schönlockigter Gaul!ihr seyd jung, und schnell in dem Lauf'. Wachtauf Fingals Feinde, von jenem waldigten Hügel.Aber naht euch nicht, eure entfernten Väter kön-nen euch nicht schützen. Euer Ruhm verschwindnicht auf einmal. Der Muth der Jugendkönnte erliegen!" wir vernahmen die Worte desFührers mit Freude. Wir schritten im Klangunsrer Waffen. Unser Gang war am waldigtenHügel. Der Himmel flammt mit all seinen Ster-nen. Die Dämpfe des Tods fliegen über dasFeld. Das entfernte Gerassel des Feinds reichtezu unſern Ohren. Dann ſprach Gaul in ſeinemMuth': seine Rechte entblößte die Hälfte seinesSchwerts.Erzeugter von Fingal, sagt' er warum brennt die Seele von Gaul? hochpocht mein Herz. Meine Schritte sind störrisch;meine Rechte bebt an meinem Schwert'. Wennich gegen den Feind voranblicke, leuchtet meineSeele vor mir. Ich seh' ihr schlafendes Heer.Beben also die Seelen der Tapfern, in denSchlachten des Speers? wie würde die Seelevon Morni sich heben, wenn wir gegen dieFeinde uns Fürzten! unser Ruhm würde im Liedeaufsteigen: stattlich werden unsere Schritte in denAugen der Tapfern erscheinen.Er-