Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
165
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165Ein Gedicht.Lied'. Er sang vom mächtigen Comhal; aberMornis (*) Stirne verfinsterten Schatten. Erwälzte seine rothen Augen auf Ullin: des BardenLied verstummte auf einmal. Fingal bemerkteden veralteten Helden, und sprach mit mildesterStimme. "Strumons Gebieter! warum dieseSchatten! laß uns verflossene Jahre vergessen.Unsere Väter stritten im Krieg'; aber wir treffenuns beym Mahle zusammen. Gegen den Feindunsers Lands sind unsere Schwerter gekehrt! erschmelzt vor uns an dem Feld'. Vergiß die Tageunserer Väter, du Held des moosigten Stru-mon!König von Morven, " versetzte derFührer, "ich gedenke deines Vaters mit Freude.Er war schreckbar im Kampf'; die Wuth desFührers war tödtlich. Meine Augen waren vollThränen, da der König der Helden erlag'. DieTapfern fallen, o Fingal! die Schwachen ver-bleiben an den Hügeln! wie viel Helden sind inMornis Tagen vergangen! doch hab' ich dieSchlacht2 3(*) Ullin hat den Stoff seines Lieds übel gewählt, die Schar-ten, die Marnis Stirne verfinsterten, flossen nicht von ei-nem Hasse gegen Comhal, obwohl sie Feinde waren; son-dern von der Furcht, daß das Lied von Fingal dieErinnerung der alten Zwistigkeit ihrer Geschlechter er-wecken würde. Fingals Rede bey dieser Gelegenheitiſt voll Großmuth und Verſtand.