Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

163Ein Gedicht.Gebieter des brüllenden Strumon, sagteFingals steigende Seele; seh' ich dich in deinenWaffen, nachdem deine Kräfte vergangen? oftglänzte Morni im Kampf', wie der Strahl dersteigenden Sonne; wenn sie die Stürme des Hü-gels verstreut, und gleisenden Feldern Friedenverleiht. Aber warum ruhtest du nicht in deinemAlter? dein Ruhm lebt im Gesang'. Auf dichſchaut das Volk, es ſegnet die Scheidung desmächtigen Morni. Warum ruhtest du nicht indeinem Alter? der Feind wird schwinden vor Fingal.Sohn Comhals, versetzte der Führer, dieKraft von Mornis Arm' ist vergangen. Ichversuche das Schwert meiner Jugend zu ziehn,aber ich versuch' es vergebens. Ich werfe denSpeer, aber er erreicht nicht das Ziel. Ichſpüre die Schwere meines Schilds. Wir verwel-ken, wie Gras des Hügels: unsere Kraft kehrtnimmer zurück, ich habt einen Sohn, o Fingal,seine Seele frolockt in den Thaten von Morni;aber nie erhob sich sein Schwert gegen Feinde,sein Ruhm ist noch nicht gestiegen. Ich kommmit ihm zum Gefechte; seinen Arm im Kampfzu belehren. Sein Ruhm wird meine Seele, inder dunkeln Stund' meiner Scheidung, beleuchten.O möchte das Volk Mornis Namen vergessen!die Helden nur sagen, "sieh den Vater vonGaul!König von Strumon, antwortete Fingal,Gaul soll das Schwert im Kampf' erheben;aber er soll es vor Fingal erheben, mein Armwird seine Jugend beschützen. Du aber ruhe inden Hallen von Selma; und vernimm unsernRuhm.L 2