Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
161
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161Ein Gedicht.schwollener Strom zuruͤck, und brüllt zwischenunsern Hügeln.Dies waren die Worte von Fingal. Wirstürzten in die Bay von Carmona. Ossianſtieg' den Hügel hinan: dreymal ſchlug' er aufseinen wölbigten Schild. Die Felsen von Mor-ven verhallten's; die hüpfenden Rehe sprangenhervor. Der Feind ward' von mir verstört; erversammelte sein düsteres Heer. Ich stand', wieeine Wolke am Hügel, frolockend in den Waffenmeiner Jugend.Morni (*) saß unter einem Baume beyStrumons (**) brüllenden Strömen: seine al-ten Locken sind grau: er lehnt sich über sei-nen Stab'; der junge Gaul steht neben demHeld', er horcht zu den Schlachten seines Vaters.Oefters stieg' er im Feuer seiner Seele, bey Mor-nis mächtigen Thaten.Der Greiß vernahmt den Klang von Os-sians Schild': er kannte das Zeichen des Kriegs.Plötz-(*) Morni war Gebieter einer zahlreichen Zunft, in denTagen Fingals, und seines Vaters Comhals, dieserwurde in einer Schlacht gegen Mornis Zünfte erlegt;endlich wurden sie durch den Muth, und gute Anfüh-rung Fingals zum Gehorsam gezwungen. In diesemGedicht finden wir beyde Helden gänzlich versöhnt.**) Stru=mone Strom des Hügels, hier der eigentlicheNam eines Bachs in der Nachbarschaft von Selma.