Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
133
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133Fünftes Buch.Ullin in seinen Hallen es höre. Wie ein brau-sender Sturm stieg' Lamderg Turas Hügelhinauf. Er summste ein trotziges Lied, als ergieng', wie das Rauschen eines stürzenden Stroms.Düster stand' er am Hügel, wie eine Wolke, dieihre Gestalt im Winde verändert. Er wälzte ei-nen Stein; das Zeichen des Kriegs. Ullin ver-nahm's in Cairbars Halle; der Held vernahmmit Freude seinen Feind. Er haschte den Speerseines Vaters. Ein Lächeln bestrahlt sein dunkel-braunes Antlitz, als er sein Schwert an seineSeite gehangen. In seiner Hand blitzte der Dolch.Er pfiff, wie er gieng'.Gelschossa sah' den schweigenden Führer,wie einen Kreis von Nebel, der den Himmelbesteigt. Sie schlug auf ihren weissen und wal-lenden Busen; sie schwieg, sie weinte, sie bebtefür Lamderg. "Cairbar, grauer Gebieter derMuscheln, " sagte das Mädchen mit zärtlichenHänden, "ich muß meinen Bogen an CromlasGipfeln spannen. Ich seh' die dunkelbraunenHirsche!" Sie eilte den Hügel hinauf. Umsonst!Die düstern Helden fochten. Warum sollt' ichdem König' von Morven erzehlen, wie zornigeHelden sich schlagen? der trotzige Ullin erlag'.Bleich schritt' Lamderg der Jüngling, zur Toch-ter des edlen Tuathal heran! Welch Blut,mein Geliebter, sagte sie bebend? "Welch Bluttrieft von der Seite meines Kriegers?" Es istUllins Blut, versetzte der Führer,o Schöne,weisser als Schnee! Gelschossa, laß mich eineWeile hier ruh'n. Lamderg der Mächtige starb!Und schläfst du so früh' an dem Boden,Füh-I 3