Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

109Viertes Buch.gestaltet: sie hob ihre blasse Hand über Fingal,und wandte ihre schweigenden Augen hinweg! Warum weint Starnos Tochter, sagte Fin-gal mit einem Seufzer, "warum ist dein Antlitzso bleich, du schöne Wanderin der Wolken?Sie verschwand' im Winde von Lena. Sie ver-ließ ihn in der Mitte der Nacht. Sie betraurtedie Söhne ihres Volks, durch Fingals Rechte zufallen bestimmt.Der Held sprang' aus seiner Ruh'. Ersah' sie noch in seiner Seele. Es nahte sich derSchall der Tritte von Oscar. Der König sahden grauen Schild an seiner Seite. Denn überUllins Gewässer eilte der schwache Schimmer desMorgens. Was verrichten die Feinde in ihrerFurcht?" sagte Morvens steigender König:fliehn sie über den Schaum des Meers, oder er-warten sie die Schlacht des Stahls? aber warumsollte Fingal es fragen? am frühen Winde hörich ihre Stimme! Fleuch über Lenas Heyde:Oscar erweck unsere Freunde!Bey Lubars Steine stand' der Gebieter.Dreymal erhob' er seine schreckbare Stimme.Von Cromlas Quellen sprangen die Hirsche. DieFelsen bebten von all ihren Hügeln. Wie dasRauschen von hundert Bergströmen, die börsten,brüllen und schäumen! wie die Wolken, die sichzum Sturm' am blauen Antlitz' des Himmelsversammeln! so versammelten sich die Söhne derWüsten, um Fingals schreckbare Stimme. DieStimme des Königs von Morven war den Krie-gern seines Lands, angenehm. Er hat sie öfterszum