Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
6
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6 Der Krieg von Inis-Thona.von Fingal erblickte. Seine Augen standen vollThränen; er gedachte der Schlachten seiner Ju-gend. Zweymahl hatten sie ihre Speere, vor derreitzenden Agandecca, erhoben: Helden standenweit in der Ferne, als wenn zwey Geister inWinden sich schlugen. Aber itzt bin ich alt, begann der Kö-nig; das Schwert liegt in meiner Halle ge-brauchlos. Du, Abkömmling von MorvensGeschlechte! Annir hat Schlachten der Speeregesehn; aber nun ist er bleich und verwelkt, wiedie Eiche von Land. Ich hab keinen Sohn,mit Freude dir entgegen zu gehn, dich zu derHalle seiner Väter zu führen. Argon erblast indem Grab', und verblichen ist Ruro. MeineTochter sitzt in der Halle der Fremden: sie ver-langt mein Grabmahl zu sehn. Zehn tausendSpeere schüttelt ihr Gatte; er kömmt, (*) einetöd-) Cormallo entschloß sich gegen seinen SchwiegervaterAnnir, König von Inis=Thona, zu kriegen, umihn seines Reichs zu berauben. Fingal nahm seinungerechtes Vorhaben so sehr zu Herzen, daß er sei-nen Enkel Oscar dem Annir zu helsen schickte. BeydeHeere kamen bald zur Schlacht, durch Ossians guteAnführung und Muth wurde ein vollkommener Siegerhalten. Cormallo fiel in einem Zweykampf durchOs⸗