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aufschwang. Ottos vater Piepold hatte drei brüder und drei Schwe-stern. Alle drei Schwestern schlössen fürstliche heiraten : die älteste,Salome, wurde die gemahlin herzog ßoleslaws III. von Polen, Ri-chinza reichte Wladislaw I., herzog von Böhmen die hand, unddie jüngste, Sophia, wurde als gemahlin Ottos II. herzogin vonMähren. Stalin nimmt an, bischof Otto von Bamberg, der berühmteapostel der Pommern, habe diese slavischen heiraten, mindestens dieerste, zustande gebracht*).
Auch Piepold selbst ging eine glänzende Verbindung ein. Erheiratete Gisela, die tochter des graten Berthold IL von Andechs 2 ).Stand schon dieser Berthold IL an der spitze eines reichen besitzes,so ging es unter Berthold III., Giselas älterem bvuder, noch schnellermit den Andechsern aufwärts. Nach zwei reichen erbschaften(1157. 1158) sind nicht weniger als sieben grafschaften in seinerhand vereinigt. Ueberaus häufig erscheint er wie auch später seinsöhn Berthold IV. und sein enkel Otto VII. in der unmittelbarenUmgebung der kaiser, so schon 1137 unter Lothar, dann auf demzweiten kreuzzuge, vor allem aber unter Barbarossa, an dessenerstem, zweitem, fünftem und sechstem italienischen zuge er teil-nahm. 1173 belohnte ihn der kaiser durch ein unmittelbares reichs-lehen, die markgrafschaft Istrien, und 1180 wurde seinem söhneBerthold IV. der stolze titel eines herzogs von (Palmatien, Kro-atien und) Heran verliehen. Im hoflager etwa Konrads III. mögenPiepold von Berg und Berthold II. von Andechs sich kennen ge-leimt und die heirat besprochen haben.
Bald zeigte es sich, wie vorteilhaft die Verbindung mit demmächtigen bairischen geschlecht für die grafen von Berg war. Sowie die Andechser damals zwei menschenalter hindurch mit ge-lungen Unterbrechungen den Bamberger bisebofssitz innehaben 3 ), sodie grafen von Berg das bistum Passau; denn von Biepolds undGiselas sechs söhnen sind vier bischof geworden: Heinrich 4 ) bischof
1) Stalin II 357.
2) Ocfele, Geschichte der grafen von Andechs s. 92 ff.
3) Otto (VI.) bischof ■/., Bamberg 1177-1196, Eckbert 1203—1237,Poppo (IL) 1239—1242.
4) Die Gesta ep. Fris. MG.SS. XXIV 323 machen diesen Heinrichauffallenderweise zum bischof von Würzburg.