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Zur Begründung einiger Mehrforderungen für den Haushaltsetat 1891/92 : Stadtbibliothek in Köln
Entstehung
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jedem, der nicht einen vollständigen Einblick in den Betriebeiner öffentlichen Bibliothek besitzt, weit unterschätzt wird.Die Heranziehung eines Freiexemplares auch der kleinstenSchrift erfordert in der Regel ein schriftliches Gesuch, wennauch unter Benutzung eines Schemas; auch die Ausfertigungeines Dankschreibens ist ein Gebot der Höflichkeit, falls nichtein Verzicht des Gebers ausgesprochen ist oder vorausgesetztwerden kann. Die leidigen sog. Lieferungswerke verursachen vielMühe, vor allem aber beanspruchen die eigentlichen Periodica gegenwärtig etwa 350 Zeitschriften und Zeitungeneine fortgesetzte Kontrolle nicht bloss gegenüber dem Lieferanten,sondern auch bei der Benutzung durch die Mitglieder der Stadt-verwaltung, durch das Stadtarchiv, das Museum, das Publikum.Dass unsere Bibliothek bezüglich der Benutzung nicht alleinsämtliche deutschen Stadtbibliotheken, sondern auch einige ange-sehene Universitätsbibliotheken überholt hat, habe ich in der mehr-erwähnten Arbeit') nachgewiesen. Es hat der äussersten Anspan-nung aller Kräfte bedurft, um solchen Ansprüchen gegenüber dengeordneten Betrieb der Bibliothekverwaltung aufrecht zu er-halten. Nicht allein die literarischen Bedürfnisse der Stadt-verwaltung, sondern auch die Eigentümlichkeiten gerade einerstädtischen Bibliothek bedingen, wenn letztere ihre Aufgabegewissenhaft erfasst und bethätigt, ein Eingehen in die mannig-faltigen Bedürfnisse der Benutzer, wie man es an den grossenLandesbibliotheken und an den Universitätsbibliotheken nichtkennt; es ist vornehmlich das Gebiet der provinzial- und lokal-geschichtlichen Forschung, welches nicht allein die Sachkenntnis,sondern auch das willige Entgegenkommen und nicht minderdie ganze Arbeitskraft der Bibliothekbeamten in hervorragendemMasse in Anspruch nimmt. Gerade die Sammelthätigkeit und die

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1) S. 4.