Druckschrift 
2 (1888)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

»

^

!^

^.60^

s ,

Vorwort zur zweiten ^lge.^^ A^A

Die freundliche Aufnahme, welche der ersten Lau«»»-"'-'lung der Gerschtiaden in fast allen Kreisen zu Teil ge-worden, ermutigt den Verfasser zur Herausgabe einerzweiten Sammlung Gerst'fcher Humoresken.

verschiedenen Aufforderungen von auswärts, wo deruiederrheinische Dialekt nicht, oder doch nicht ganz ver-standen wird, zu genügen, ist diesem Vändchen ein Ver-zeichnis derjenigen Worte, nebst deren Übersetzung beige-geben, welche gänzlich von den im Hochdeutschen gebrauch»lichen abweichen.

Für diejenigen Leser, welche den originellen Vastornicht persönlich gekannt haben, sondern ihn durch ihrerFreunde Erzählungen oder auch durch das Lesen derGeerschtiaden erst kennen lernten, wird es von Interessesein, noch einiges über seinen Vildungsgcmg zu erfahren.

Gerst genoß in seiner Jugend keinen höhern Unter-richt ; er besuchte die Elementarschule und nach der Ent-lassung aus derselben handhabte er bis ins zwanzigsteJahr seines Lebens als Tischlergehülfe den Hobel. Dannerst besuchte er höhere Lehranstalten und 5eminaricn,absolvirte dieselben in verhältnismäßig kurzer Seit undtrat als Vikar in den Dienst der Kirche,

Er war in einigen bergischen Vfarreien thätig, biser als Zeelsorger der Gefangenen ans Düsseldorfer <3e>fängnis berufen wurde, in welcher Ztellung er bis zuseinem Tode verblieb.

Er versah sein Amt mit Freudigkeit und stiftete vielGutes. Manchen, auf der verbrecherbahn wandelnden, ^hat er zurückgelenkt zum Guten, und manche, bis zu ihrerBekehrung der Gesellschaft schädliche Subjekte, zu nützlichengemacht. Keiner lernte, wie er, alle Zchwächen derMenschen kennen, jedoch diese Erkenntnis erzengte bei ihmnicht verachtuug, sondern Mitleid und Erbarmen. 3eineGüte und Liebe wurde gar oft misbraucht uud schlechtbelohnt, doch das verbitterte sein Gemüt nicht. Er be-wahrte die Heiterkeit der 5eele bis zum Tode.

Der Verfasser.

'^!H^