Druckschrift 
Der Kaiser am Rhein : ein Festbericht über die Kaisertage 1884
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88

fahren, und eilig wurde noch zum Domhotcl, dem Reift'büreau von Nießen und dem Van äs Onlo^ns-Geschäft vonScheben Depeschen gesandt, um diese noch zur schleunigenDecoration der Häuserfronten zu veranlassen. Die Höchstenund Hohen Herrschaften schritten nun dem prachtvoll decorirtenAusgange des Bahnhofes zu und nahmen in den bereit-stehenden Wagen, unter u'cht endenwollenden Hurrahrufender vor dem Bahnhöfe harrenden Menschenmenge Platz.

Vom Centralbahnhofe fuhren die Kaiserlichen Herrschaftendurch die Straßen der Altstadt der Neustadt zu. Die Trank-gasse zeigt auf ihrer linken Seite reiche Guirlanden, welchedie ganze Straße entlang bis zu dem Eisenbahn-Ucbergangeziemlich einheitlich arrangirt sind; von da bis zur Brücken-rampe bilden durch grüne Ranken verbundene Masten mitfliegenden Bannern eine via. t,riniuzi1i2,1i8.Heil dem Kaiser"prangt in großen Lettern an dem Directionsgebäude der Köln-Mindcner Eisenbahn; den architectonischen Linien nach ziehensich Guirlanden, die durch Kränze und Wappenschilder mit-einander verbunden sind. In Höhe der ersten Etage bildetder Reichsadler, zu dessen Seiten sich Schilder mit einem^ und einem ^. befinden, einen für das Auge angenehmenRuhepunkt in der Fülle der Verzierungen. Unter Taschen-macher durch, wo die enge Straße die Würdigung der beider-seitigen Häuserfronten fast unmöglich macht, bewegte sich derkaiserliche Zug über den alten Markt, wo der Brunnen mitdem heute lorbeergcschmücktcn Jan von Werth das InteresseSeiner Majestät ganz hervorragend in Anspruch nahmen.Städtischerseits war der Plan noch durch zwei Obelisken mitRiesenbannern geschmückt; das Rathhaus sowohl, als diePrivathäuser des Altenmarktcs boten in ihrer geschmackvollenDecoration ganz reizende Effecte.

Die Straßen, welche der kaiserliche Zug passirte, warenprachtvoll verziert, jeder Bürger hatte das möglichste geleistet,sein Haus zu schmücken. Die Trinitatistirchc erschien im-posant im Schmucke der Ricsenguirlanden, und durch einenWald von Fahnen, Flaggen und Tannenzwcigen sah man aufden vaterländischen Strom, den deutschen Rhein, vor welchemsich an dem ehemaligen Filzcngraben ein prachtvoller Triumph-bogen erhob. Derselbe trug über den drei Ocffnungen inSpitzbogenform die Worte:Dem theuern Landesvater!"