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Franz van Endert und der Herren Kaplane besichtigte der hoheHerr das Krankenhaus, um alsbald nach 10 Minuten die kathol.Pfarrkirche zu betreten. Mit sichtlichem Interesse betrachteteder hohe Herr den zu diesem Zwecke aufgestellten, goldenenSchrein, worin die Reliquien des h. Suitbertus aufbewahrtwerden. Mehrere Male umschritt derselbe den Sarg, neigtesich häufig, um das Wunderwerk genau in Augenschein zunehmen. Nach einer 15 Minuten langen Betrachtung be-sichtigte der hohe Herr noch die Fenster und den übrigen Theilder Kirche, besonders die Säulen unter der Emporbühnc, undbestieg, nachdem er noch von weitem die Kaiscrruine betrachtet,den Wagen, um mit einem Extrazuge 12g, Uhr von Calcumabzufahren.
Nachmittags gegen 4 Uhr verließen Sc. Majestät unddie übrigen hohen Herrschaften das Schloß Benrath um nachBrühl zu reisen und dort ihr Hoflagcr aufzuschlagen. AmBahnhof waren die Spitzen der Behörden und eine große An-zahl von Zuschauern zur Verabschiedung anwesend. Se. Ma-jestät war nach allen Seiten hin überaus freundlich und huld-voll und beehrte nicht allein die Spitzen der Behörden, denHerrn Regierungspräsidenten Freihcrrn von Berlcpsch undHerrn Landrath von Kühlwettcr, sondern auch Herrn General-Dircctor Rive und dessen Gattin mit warmem Händebruck,deren Töchterchcn Sc. Majestät und dem Kronprinzen pracht-volle Blümcnbouqucts überreicht hatte. Als Se. Majestät inFolge dessen nach den Eltern, die von ferne zuschauten, fragte,wurden diese von Herrn Lcmdrath von Kühlwettcr rasch hcrbei-gcwinkt.
Unter den brausenden Hochrufen der versammelten Volks-menge fuhr der kaiserliche Zug davon und entschwand baldden Blicken und zu neuer Liebe und hoher Verehrung gegenden erhabenen Kaiser, den das Volk in seiner Mitte so leut-selig und herablassend gesehen hatte, entflammt, kehrte dieVolksmenge zurück, ihrem erhabenen Herrscher eine kräftigendeGesundheit und ein langes, glückliches Leben wünschend zumHeile des deutschen Reiches.